Auggen: Mutmaßlicher Mörder der 13-jährigen Mirjam festgenommen
zuletzt aktualisiert: 09.05.2007 - 17:13Freiburg (RPO). Der mutmaßliche Mörder der 13-jährigen Mirjam aus dem südbadischen Auggen ist festgenommen worden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 31-jährigen Mann, teilte ein Sprecher der Polizeidirektion Freiburg mit. Die Staatsanwaltschaft hatte für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.
Der Täter stamme ebenfalls aus Auggen, teilte die Polizei mit. Er habe die Tat gestanden. Der Mann sei aufgrund eines DNA-Abgleichs überführt worden. Das DNA-Material des Täters war am Opfer und am Tatort gefunden und bereits analysiert worden. Gegen den Mann wurde inzwischen Haftbefehl erlassen.
Die 13-jährige Schülerin war am 20. April in der Nähe ihres Schulwegs tot in einem Gebüsch gefunden worden. Sie wurde laut Obduktionsergebnis erdrosselt, aber nicht sexuell missbraucht. Ihre Leiche fanden Beamte nahe einer Kiesgrube.
Der 31-Jährige war eine von rund 600 Personen, die die Ermittler nach der Tat entlang dem Schulweg des Opfers befragt hatten. Dabei habe er sich durch widersprüchliche Angaben verdächtig gemacht.
Mirjam war Zufallsopfer
Das Motiv für die Tat sei unklar, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Tatverdächtige habe das Opfer "vermutlich nicht gekannt", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Häberle. Es handele sich wohl um eine "Zufallstat". Der Mann habe zwar seinem Opfer aufgelauert. Es hätte aber vermutlich auch ein anderes Mädchen treffen können, sagten die Ermittler.
Ein sexueller Hintergrund für die Tat des ledigen, bislang unbescholtenen 31-Jährigen sei "unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen". Eine psychische oder körperliche Erkrankung liege bei ihm offenbar nicht vor.
Der Mann wohnte den Angaben zufolge erst seit einem Jahr in Auggen und arbeitete im nahe gelegenen Neuenburg. Mit seinem Motorroller sei er auf dem Verbindungsweg der Orte, der auch der Schulweg des Opfers war, zur Arbeit gefahren, auch nach der Tat. Seine Arbeitskollegen hätten nichts Auffälliges bemerkt. Als der 31-Jährige von der Polizei in seiner Wohnung festgenommen wurde, habe er keinen Widerstand geleistet und sich "kooperativ verhalten".
Der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU) zeigte sich erleichtert über die "schnelle Festnahme". Gleichzeitig dankte er der 60-köpfigen Sonderkommission, die rund 600 Hinweisen nachgegangen war. Insgesamt hatten die Ermittler rund 1700 Personen befragt oder vernommen. Die Polizei hatte auch einen Massengentest erwogen.
Dieser Fall zeige erneut, wie wichtig die DNA-Analyse inzwischen für die Aufklärung von Straftaten sei, sagte Rech in Stuttgart. Der genetische Fingerabdruck sei seit der Einführung der DNA-Analyse-Datei im Jahr 1989 zu einem verlässlichen und unverzichtbaren Mittel der Strafverfolgung geworden. Bis heute hätten in Baden-Württemberg rund 4400 Delikte, darunter eine Vielzahl schwerster Straftaten, mit Hilfe der DNA-Analyse geklärt werden können.
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