Verfahren beginnt: Mutmaßlicher Rechtsextremist Zündel wieder in Deutschland
zuletzt aktualisiert: 02.03.2005 - 06:22Frankfurt/Main/Toronto (rpo). Der mutmaßliche deutsche Rechtsextremist Ernst Zündel ist nach seiner Abschiebung aus Kanada wieder in Deutschland angekommen. Der Holocaust-Leugner traf am Dienstag Abend kurz nach 22 Uhr auf dem Flughafen in Frankfurt am Main ein und wurde in Gewahrsam genommen. Er sollte danach nach Mannheim gebracht und der dortigen Polizei überstellt werden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mannheim liegt seit 2003 ein Haftbefehl des Amtsgerichts Mannheim wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen den 65-Jährigen vor. Grundlage ist Zündels Website, wo unter anderem der Massenmord an den Juden durch das NS-Regime in Deutschland geleugnet wird.
Zündel lebt seit 1958 in Kanada und ist vor allem als Verleger rechtsextremistischer Schriften bekannt geworden. Unter anderem verschickt er den unregelmäßig erscheinenden "Germania-Rundbrief", der antisemitische Thesen enthält.
Er hatte sich mehrfach vergeblich um die Einbürgerung in Kanada bemüht. 2003 hatte er versucht, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten, war aber von den US-Behörden nach Kanada abgeschoben worden. Seitdem war er auf Grundlage eines neuen kanadischen Anti-Terror-Gesetzes in Toronto inhaftiert gewesen.
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