Gera: Mutter nach Kindstötung verurteilt
zuletzt aktualisiert: 05.06.2008 - 16:32Gera (RPO). Die 24-jährige Mutter eines gewaltsam getöteten sechs Wochen alten Babys wurde am Donnerstag in Gera verurteilt. Sie muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Gera erklärte, die Frau habe sich der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagte ihr Kind mit Schlägen so verletzt hatte, dass es an den Folgen starb, wie die Kammer mitteilte. Ein Tötungsvorsatz habe nicht vorgelegen, dennoch hätte die Mutter die Todesfolge voraussehen können. Deshalb sei von einer Fahrlässigkeit auszugehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
In ihrem Plädoyer ging die Anklagebehörde davon aus, dass die Frau ihr Baby im September vorigen Jahres im Zustand verminderter Schuldfähigkeit erschlug. Die alleinerziehende Mutter soll psychische Probleme gehabt haben.
Während des Prozesses hatte die Frau angegeben, sich nicht daran erinnern zu können, ihr Kind geschlagen zu haben. Sie sei ohnmächtig gewesen und habe das Kind nach dem Aufwachen verletzt vorgefunden.
Die Angeklagte hatte selbst den Notarzt wegen schwerer Kopfverletzungen ihres Kindes gerufen. Mit einem Hubschrauber war das Baby in eine Klinik geflogen worden, wo es vier Tage später starb. Als Todesursache war ein schweres Schädelhirntrauma diagnostiziert worden.
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