Geständnis in Rostok: Mutter vergiftete Tochter jahrelang mit Kalklöser
zuletzt aktualisiert: 30.11.2006 - 13:40Rostock (RPO). Eine 27-Jährige hat gestanden, ihre heute fünfjährige Tochter immer wieder mit Essig und Kalklöser vergiftet zu haben. Sei sei sich der gesundheitlichen Folgen für das Kind bewusst gewesen, und sie könne sich ihr Verhalten auch nicht erklären, sagte die Frau vorm Rostocker Landgericht.
Die Hausfrau aus Teterow steht gemeinsam mit ihrem drei Jahre älteren Mann, der in einem Schlachthof arbeitet, vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau 27 Fälle vor, in denen sie ihrer Tochter die Haushaltsgifte in immer höheren Dosen eingeflößt haben soll. Die Anklage stützt sich auf 27 Krankenhausberichte. 21 Straftaten räumte die Angeklagte "in vollem Umfang" ein, die anderen Krankenhausaufenthalte seien auf natürliche Erkrankungen zurückzuführen, sagte die 27-Jährige.
Außerdem gab die Frau die absichtliche Verbrühung ihrer Tochter zu, um sich Geld aus der Unfallversicherung zu erschleichen. Sie habe die damals ein Jahr und drei Monate alte Lea Marie in die Wanne gesetzt und ihr mit kochendem Wasser die Oberschenkel überbrüht. Sowohl Ärzte als auch Versicherung glaubten die Version der Mutter, das Kind habe sich einen Topf mit kochendem Kartoffeln gegriffen. Es wurden 864 Euro ausgezahlt.
Auch der Vater des Kindes muss sich seit Donnerstag wegen Misshandlung seiner Tochter vor Gericht verantworten. Er soll das Mädchen in mindestens zwei Fällen geschlagen und dabei gefährlich verletzt haben. Vater und Mutter hatten vor Gericht angegeben, Lea Marie sei ein Wunschkind gewesen, aber auch oft aufgeregt und anstrengend.
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