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Tote Babys aus Plauen: Mutter verweigert Aussage

zuletzt aktualisiert: 26.08.2008 - 10:23

Zwickau/Plauen (RPO). Eine 29-jährige Frau aus Plauen muss sich seit Dienstag wegen dreifachen Totschlags an ihren Babys vor dem Landgericht Zwickau verantworten. Die Leichen der Kinder waren Ende November und Anfang Dezember an mehreren Orten in Plauen entdeckt worden. Vor Gericht schwieg die Mutter nun zu den Vorwürfen.

In Zwickau hat der Prozess gegen die Mutter begonnen.  Foto: ddp, ddp
In Zwickau hat der Prozess gegen die Mutter begonnen. Foto: ddp, ddp

Im Prozess um den Tod von drei Neugeborenen im sächsischen Plauen hat die Angeklagte die Aussage verweigert. Die 29-Jährige werde zunächst nichts zu den Vorwürfen sagen, erklärten ihre Verteidiger am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Zwickauer Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau dreifachen Totschlag durch Unterlassen vor. Sie soll zwischen 2002 und 2005 drei gesunde Mädchen geboren, diese aber anschließend nicht versorgt haben. In dem Prozess werden nun am Nachmittag die ersten Zeugen vernommen.

Die Ermittlungen waren in Gang gekommen, weil die im Februar 2002 in einer Klinik geborene Celine bei der Vorschuluntersuchung fehlte. Die Polizei entdeckte daraufhin die Leichen im November und Dezember 2007 in einem Koffer, einem Gefrierschrank und in einem Blumenkübel auf dem Balkon der Wohnung der Mutter.

Verteidigung sieht keinen hinreichenden Tatverdacht

Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin hatte während der Ermittlungen bestritten, die Babys getötet zu haben. Die Mädchen seien nach der Geburt plötzlich tot gewesen, sagte sie der Polizei. Die Obduktion ergab jedoch, dass sie lebensfähig und voll entwickelt waren. Oberstaatsanwalt Holger Illing sagte am Rande des Prozesses, die Obduktion habe zwar keine genaue Todesursache ergeben. Allerdings sei es mehr als unwahrscheinlich, dass die drei Säuglinge jeweils nach der Geburt eines natürlichen Todes gestorben seien. "Das ergibt keinen Sinn."

Die Verteidigung erklärte, aus ihrer Sicht sei ein hinreichender Tatverdacht nicht gegeben. "Es reicht nicht, auf die drei Fälle zu verweisen und sich auf so etwas wie ein Gesetz der Serie zu berufen", sagte Anwalt Dirk Simon. Die Todesursache sei unklar. Zudem sei nicht sicher, ob die Babys überhaupt gelebt hätten.

In dem Prozess sollen 39 Zeugen und zwei Gutachter gehört werden. Acht Verhandlungstage sind angesetzt. Das Urteil wird für Mitte Oktober erwartet.

Quelle: afp2

 
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