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Kälteste Nacht in NRW: Nach der Kälte kommt der Schnee

zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 - 15:15

Bochum (RPO). Es bleibt bitterkalt. Die Nacht auf Dienstag war in NRW die kälteste seit drei Jahren. In den nächsten Tagen wird es vorübergehend ein bisschen wärmer. Am Donnerstag kommt von Osten her ein neues Schneefallgebiet, das vor allem der Südosthälfte Deutschlands wieder einige Zentimeter Neuschnee bescheren kann.

Am Wochenende wird es laut Vorhersage dann eher nasskalt. Neue Fronten bringen Schnee und Schneeregen. Nachts gibt es kommende Woche dann voraussichtlich meist nur noch leichten Frost und tagsüber klettern die Temperaturen etwas über die Null-Grad-Marke.

Kälteste Nacht seit drei Jahren in NRW

Nordrhein-Westfalen hat mit bis zu minus 22,3 Grad die kälteste Nacht seit drei Jahren hinter sich. Die eisigen Spitzenwerte wurden in der Eifel gemessen, gefolgt vom Sauerland, teilte der Wetterdienst Meteomedia am Dienstag in Bochum mit.

Die eisigsten Temperaturen von minus 22,3 Grad gab es in Nettersheim, gefolgt von Kalterherberg in der Eifel mit minus 21,5 Grad. Schmallenberg im Sauerland erreichte in der Nacht auf Dienstag minus 21,1 Grad. Mit der tagsüber anhaltenden grimmigen Kälte könnte der Dienstag zum eisigsten Tag des Jahres werden.

Jecken müssen sich warm anziehen

Mittwoch und Donnerstag sollen die Temperaturen etwas ansteigen, bevor sie dann wieder tiefer in den Eiskeller sacken. Bundesweit lagen die Spitzenwerte um die minus 25 Grad.

"Das war die kälteste Nacht in NRW seit drei Jahren", sagte Meteorologin Rebekka Krampitz. Im Januar 2009 sei es noch kälter gewesen. Auch wenn es in der laufenden Woche zwischendurch mal ein bisschen wärmer werden soll, die Jecken müssen sich nächste Woche wohl richtig warm anziehen.

"Tendenziell bleibt es wahrscheinlich kalt", sagte Krampitz, auch wenn es noch einige Ungenauigkeiten in der Langzeit-Vorhersage gebe.

Kältetoter in Niedersachesn

Ein Rentner im Landkreis Nienburg in Niedersachsen ist an den Folgen der eisigen Kälte gestorben. Eine Obduktion habe Unterkühlung als Todesursache ergeben, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag.

Der 75-Jährige aus Landesbergen sei bereits am Mittwoch vergangener Woche auf einem Feldweg zwischen Husum und Brokeloh entdeckt und anschließend ins Krankenhaus gebracht worden.

Dort habe man ihm aber nicht mehr helfen können. Die Zeitung "Die Harke" hatte berichtet, der Mann habe in einem baufälligen Haus in Landesbergen gelebt, das von den Behörden gesperrt worden sei.

Kaum mehr Schiffe unterwegs

Durch den Frost wird auch zunehmend der Schiffsverkehr behindert.
Drei der ostfriesischen Inseln - Wangerooge, Juist und Spiekeroog - können von Fähren nicht mehr angefahren werden. Auch der Mittellandkanal als Verbindung zwischen Elbe und Dortmund-Ems-Kanal wird nach und nach gesperrt. Auf der Elbe sollte der Schiffsverkehr zwischen der tschechischen Grenze bis zur Saale am Dienstagabend eingestellt werden. Ab Magdeburg Richtung Norden ist sie schon seit Sonntag gesperrt. Der Schifffahrt auf der Mosel droht ebenfalls in den kommenden Tagen der Stillstand.

Durch Schneefälle kam es am Morgen auch zu Behinderungen im Luftverkehr. In München mussten die Start- und Landebahnen immer wieder abwechselnd geräumt werden. Außerdem wurden sämtliche Maschinen vor dem Start enteist. Es kam zu Verspätungen. Ähnliches wurde vom Hunsrück-Flughafen Hahn gemeldet.

Diesel- und Batteriepannen

Probleme mit der eisigen Kälte haben auch weiterhin die Autofahrer: Der ADAC berichtete erneut von Hunderten Notrufen, weil Dieselfahrzeuge mit ausgeflocktem Kraftstoff liegen blieben. Eine Sprecherin erklärte, bei Dieselfahrzeugen sei das zurzeit nach Batterieproblemen der zweithäufigste Grund für die Panne. Paraffin aus dem Dieselkraftstoff wird bei deutlich unter minus 20 Grad fest und verstopft den Dieselfilter. Der Wagen muss dann aufgetaut werden.

In Niederbayern versuchte ein Mann das mithilfe eines Föns: Der 37-Jährige aus dem bayerischen Feldkirchen hatte nach Polizeiangaben einen eingeschalteten Heißluftfön in den Motorraum gelegt. Es kam zu einer Verpuffung. Der Mann, der sich zum Zeitpunkt der Explosion im Fahrzeuginnenraum befand, erlitt leichte Brandverletzungen und eine Rauchvergiftung.

 

Quelle: lnw/dpa/afp/dapd

 
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