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Orkanböen verursachten Millionenschäden
Nach "Gerda" droht jetzt Hochwasser

Stuttgart/München (rpo). Sturmtief "Gerda" ist mit 200 Sachen über Deutschland hinweggebraust. Jetzt droht im Südwesten Deutschlands Hochwasser. Die Pegel steigen, und die Wettervorhersage hat Dauerregen prophezeit.

Der Deutsche Wetterdienst sagte "ergiebigen Dauerregen" für den Schwarzwald und Südbayern voraus mit bis zu 60 Litern Wasser pro Quadratmeter. An der Mosel bei Trier wurde noch am Abend mit der Einstellung der Schifffahrt gerechnet. Zuvor hatte "Gerda" mit Orkanböen bis zu 206 Stundenkilometern Millionenschäden verursacht.

Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale in Karlsruhe berichtete von steigenden Pegeln an den Nebenflüssen des Neckars. Eine Sprecherin erklärte, in Heidelberg werde ein Neckarpegel von bis zu fünf Metern erwartet. Auch der Rheinpegel steigt schnell: Bei Karlsruhe-Maxau betrug er am späten Nachmittag 6,41 Meter. Für Mittwochvormittag wurde 7,80 Meter erwartet. Beim Überschreiten der Marke von 7,50 Meter in Maxau werde die Schifffahrt zwischen der Schleuse Iffezheim und Maxau eingestellt, kündigte die Sprecherin an.

Für den Dauerregen verantwortlich ist das Sturmtief "Hanne", das "Gerda" auf dem Fuße folgte. "Gerda" fegte in der Nacht zum Dienstag über Süddeutschland hinweg. Vom Saarland bis Bayern wurden Straßen von umgestürzten Bäumen blockiert, Dächer abgedeckt und Keller vom Regen überflutet. Auf der Autobahn 9, zwischen München und Nürnberg, wurden zwei Männer tödlich verletzt, als sie einen umgestürzten Anhänger wieder aufrichten wollten.

Lokführer schwer verletzt

Beim württembergischen Schorndorf fuhr der Regionalexpress Aalen -Stuttgart auf einen umgestürzten Baum. Der Lokführer wurde schwer verletzt, wie der Bundesgrenzschutz mitteilte. Bei Feuchtwangen stürzte ein Ast auf ein fahrendes Auto, der Fahrer wurde schwer verletzt. Entwurzelte Bäume blockierten zeitweise die Autobahn 8 zwischen Pforzheim und dem Dreieck Leonberg, die A 9 im mittelfränkischen Greding, die A 95 München - Garmisch bei Murnau und bei Penzberg sowie mehrere hundert Landstraßen. Die Straßenmeistereien waren um Dauereinsatz, um abgerissene Äste und Leitplanken zu entfernen.

In der Innenstadt von Fürth fiel vor Mitternacht eine Stunde lang der Strom aus, weil ein Umspannwerk defekt war. Auch in Heidelberg, Sindelfingen, Calw, Künzelsau, Leimen, Sandhausen und Nußloch fiel der Strom aus. In Erding und am oberbayerischen Wörthsee stürzten Bäume auf Stromleitungen.

Versicherung kommt für Sturmschäden am Auto auf

In Karlsruhe, Stuttgart und Augsburg erreichte "Gerda" orkanartige Werte bis zu 111 Stundenkilometer, auf dem Wendelstein in den bayerischen Alpen sogar 206 Stundenkilometer. In Nördlingen wurde ein Kirchturm abgedeckt, in Erding ein Dönerstand umgerissen, in Hausham stürzte ein Maibaum auf ein Haus. Das Polizeipräsidium Mittelfranken meldete, es "flogen Wandtafeln, Fassadenteile, Bauzäune, Dachziegel und sogar ein Carport durch die Luft". Die Teil- oder Vollkasko-Versicherung ersetze Sturmschäden am Auto, erklärte der Autoclub ACE.

In Teilen der Westschweiz wurde für Mittwoch die höchste Lawinen-Alarmstufe ausgerufen. Dabei seien auch Lawinenniedergänge aus größerer Höhe möglich, welche bis in die Täler vorstoßen könnten, sagte ein Sprecher des Lawineninstituts im Radio DRS. Anhaltende Regenfälle lösten vor allem im Berner Oberland Schnee- und Erdrutsche aus. Brücken wurden weggerissen und Straßen verschüttet. Es entstanden Schäden in Millionenhöhe.

 
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