Dringt er jetzt bis München vor?: Nachts tauchte JJ1 plötzlich in einer Siedlung auf
zuletzt aktualisiert: 17.06.2006 - 12:06München (rpo). Braunbär JJ1 - er wird immer dreister und unberechenbarer. Er zeigt sich kurz. Er narrt seine Jäger. Er verschwindet wieder. In der Nacht ist er jetzt zum ersten Mal mitten in einer Wohnsiedlung im oberbayerischen Kurort Kochel am See aufgetaucht.
Dort tötete er einen Hasen und ein Meerschweinchen, wie das bayerische Umweltministerium mitteilte. Gegen 23.20 Uhr meldete demnach ein Mann, der seinen Hund ausführte, dass das Raubtier direkt im Ort ist. Gegen 00.50 Uhr habe dann ein Gast eines Cafés gesehen, wie der Bär auf der Straße direkt vor dem Lokal vorbeigelaufen sei, sagte Sprecher Roland Eichhorn.
Gegen 02.30 habe der Bär einen Hasenstall aufgebrochen und die beiden Tiere getötet. Zudem sei die Zerstörung eines Bienenstockes gemeldet worden. Das finnische Suchteam habe die Schäden eindeutig dem Bären zuordnen können. Allerdings hätten die Hunde wegen des starken Regens die Fährte verloren.
Eichhorn sprach von einer "neuen Güte der Unverfrorenheit" des Bären, betonte aber, dass man ihm dicht auf den Fersen sei. "Der Regen hat aufgehört; das feucht-schwüle Wetter ist gut geeignet, die Bärenspur für die empfindlichen Hundenasen lange nachverfolgbar zu machen." Zunächst ruhe sich das Team aber aus. Ab Sonntag soll ein fünfter finnischer Experte mit Spürhund das Suchteam verstärken.
Das Raubtier streift seit Wochen durch das Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern. Auch das eigens aus Finnland geholte Expertenteam gelang es bisher nicht, den Bären zu fangen. In der Nacht zum Freitag war der Bär im Raum Lenggries aufgetaucht, wenige Kilometer östlich von Kochel.
Experten warnen jetzt sogar davor, dass JJ1 bis München vordringen könnte.
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