Oberst Georg Klein im Fokus: Nato-Bericht über Luftangriff liegt vor
zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 12:08Berlin (RPO). Der Nato-Untersuchungsbericht über das Verhalten des Kommandeurs des nordafghanischen Bundeswehrlagers in Kundus, Oberst Georg Klein, beim Luftangriff am 4. September auf zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen ist in Berlin eingetroffen.
Der Bericht liegt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) unter strengster Geheimhaltung vor, berichtet die Nachrichtenagentur ddp. Es geht darum, ob Klein wegen seines Angriffsbefehls strafrechtliche Vorwürfe gemacht werden können.
Bei dem Zwischenfall, der großes Aufsehen erregt hatte, wurden nach afghanischen Angaben 99 Menschen, darunter 30 Zivilisten, getötet. Es ist nach ddp-Informationen noch völlig offen, ob die sächsische Justiz wegen des umstrittenen Luftangriffs ein Ermittlungsverfahren gegen Klein einleitet. Er ist inzwischen auf seinen Posten als Chef des Stabes der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig zurückgekehrt.
Ermittlungsverfahren noch unklar
Ohne den Nato-Bericht zu erwähnen, setzte sich der ausgeschiedene Bundeswehrchef Franz Josef Jung (CDU) bei der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Guttenberg am Mittwochabend für Klein ein. Soldaten, die im Auftrag Deutschlands im Ausland tätig seien, dürften nicht mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konfrontiert werden, sagte Jung. Das gelte "ausdrücklich auch für Oberst Klein".
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, sprach sich für eine ehrliche Bewertung des Einsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan aus. Medien hatten unter Berufung auf Kreise der Isaf-Truppe berichtet, Klein habe gegen Regeln verstoßen.
Er habe die Bombardierung der Tanklastwagen im Alleingang ohne Vorwarnung für die Zivilisten angeordnet. Das hätte er nur machen dürfen, wenn eigene Truppen am Boden "Feindberührung" gehabt hätten.
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