kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Ludwigshafen: Nazi-Symbole auf der Feuerruine

zuletzt aktualisiert: 06.02.2008 - 14:47

Ludwigshafen/Istanbul (RPO). Drei Tage nach dem verheerenden Feuer in einem Ludwigshafener Mehrfamilienhaus mit neun Toten haben erste Untersuchungen zur Ursache begonnen. Neben dem Eingang zum einem türkischen Kulturverein im Erdgeschoss des Gebäudes findet sich zwei Mal die Aufschrift "Hass", wobei die beiden letzten Buchstaben jeweils im Stil der SS-Runen geschrieben sind.

Wie Polizeisprecher Michael Lindner erklärte, wurden die Schmierereien vor dem Brand angebracht, da das Gebäude seit dem Feuer von Polizei und Feuerwehr ringsum abgesperrt sei.

Die Experten konnten am Morgen erstmals das bislang extrem einsturzgefährdete Haus betreten, wie eine Sprecherin der Polizei in Ludwigshafen mitteilte. Genaue Ergebnisse der Untersuchungen werden allerdings erst in mehreren Tagen erwartet. Die Ermittler gehen sowohl dem Verdacht einer Brandstiftung als auch der Möglichkeit eines technischen Defekts als Ursache des Feuers nach.

An den ersten Untersuchungen zur Brandursache am Mittwochmorgen waren laut Polizei unter anderem Sachverständige des Landeskriminalamtes (LKA) und des Bundeskriminalamtes (BKA) beteiligt. Auch Spürhunde waren demnach im Einsatz. Die Untersuchungen vor Ort sind ein wichtiger Teil der umfangreichen Ermittlungen zur Brandursache. Das Feuer war am Sonntagnachmittag in dem von türkischen Familien bewohnten Haus ausgebrochen.

Der Verdacht der Brandstiftung beruht vor allem auf den Aussagen von zwei Mädchen, die das Feuer überlebten. Sie sagten nach Presseberichten, sie hätten einen Mann im Hauseingang gesehen, der dort in einem Kinderwagen das Feuer gelegt habe. Danach sei er weggelaufen. Die Mädchen wurden am Dienstag auch von der Polizei befragt. Zu ihren Aussagen wollte ein Polizeisprecher zunächst aber keine Angaben machen.

Vor dem Brand von Ludwigshafen soll es nach türkischen Presseberichten rechtsradikale Drohungen gegen die türkischen Hausbesitzer gegeben haben. Die Familie sei nach ihrem Einzug in das Ludwigshafener Eckhaus von jungen deutschen Rechtsradikalen bedroht worden, meldete die Zeitung "Zaman" unter Berufung auf Angehörige der Opfer im südosttürkischen Gaziantep. Die Ludwigshafener Familie habe die Drohungen aber nicht ernst genommen. Der Polizeisprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Mehrere türkische Zeitungen berichteten zudem, dass in der Nähe des Brandortes in Ludwigshafen ein türkenfeindlicher Spruch an eine Wand gesprüht worden sei. Der Ludwigshafener Polizeisprecher bestätigte, dass dies vor mehr als einem Jahr der Fall gewesen sei.

In der Türkei werden die Ermittlungen zur Brandursache mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will am Donnerstag im Rahmen eines ohnehin geplanten Deutschlandbesuches nach Ludwigshafen kommen. Er wird dabei auch vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) begleitet, wie ein Sprecher der Landesregierung mitteilte. Die Türkei entsandte auch türkische Experten nach Deutschland, die die Ermittlungen der deutschen Behörden begleiten sollen.

Islamische Organisationen kritisierten Beck dafür, dass er am Sonntag bei einem Besuch in Ludwigshafen gesagt hatte, es gebe nach dem Stand der Ermittlungen keine Hinweise auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Die Äußerungen seien "sehr verfrüht" gewesen, weil es viele verschiedene Anhaltspunkte und Vermutungen gebe, sagte der Generalsekretär des Islamrates, Burhan Kesici, dem "Münchner Merkur" (Donnerstagsausgabe). Der Sprecher der Türkisch-Islamischen Union (DITIP), Bekir Alboga, sagte der Zeitung, Brandstiftung auszuschließen, bevor die Ermittlungen beendet seien, sei "eine völlig falsche Botschaft an die Öffentlichkeit."

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte irritiert auf kritische Äußerungen aus der Türkei an den deutschen Ermittlungsbehörden. "Es gibt für niemanden den geringsten Anlass, der deutschen Polizei zu misstrauen", erklärte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg. Die nach Deutschland entsandten türkischen Beamten seien Beobachter und könnten sich von der professionellen Arbeit der Polizei überzeugen.

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Vier Menschen verbrennen bei Flugzeugabsturz

Rheinstetten

Vier Tote bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs am Flugplatz Rheinstetten nahe Karlsruhe sind am Mittwoch ... mehr 

28-Jähriger sprang in den Rhein

Vermisster Rheinschwimmer in Köln geborgen

Ein 28 Jahre alter Mann ist bei einem Strandfest in der Nähe von Bonn in den Rhein gesprungen und ertrunken. Erst vier Tage später wurde sei ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

28-Jähriger sprang in den Rhein

Vermisster Rheinschwimmer in Köln geborgen

Nach Amokalarm in Memmingen

Polizei findet 37 Waffen im Elternhaus

Sommerwetter hat ein Ende

Es wird deutlich kühler

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Mehr Panorama Deutschland

Rheinstetten

Vier Menschen verbrennen bei Flugzeugabsturz

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs am Flugplatz Rheinstetten nahe Karlsruhe sind am Mittwoch vier Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich dabei um den 73-jährigen Piloten aus Rheinstetten sowie einen 47-jährigen ... mehr

 

28-Jähriger sprang in den Rhein

Vermisster Rheinschwimmer in Köln geborgen

 

Nach Amokalarm in Memmingen

Polizei findet 37 Waffen im Haus des Täters

 

Sommerwetter hat ein Ende

Es wird deutlich kühler

 

Mordfall Lena in Emden

Zwei Wochen Arrest wegen Lynchaufrufs

 

Prozess in Münster geplatzt

Tödlicher Streit um Frauenarztbesuch

Top-Services
 
Mehr Panorama
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind .. mehr 
 
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind ..
mehr 
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Wer braucht schon Robben, Beckham, Ballack und ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier ..
mehr 
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft ..
mehr 
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Bei einer Gasexplosion in Bremerhaven ist ein ..
mehr 
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Hobby-Piloten werfen sich am Pfingstmontag mit ..
mehr 
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre ..
mehr 
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder ..
mehr