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Neonazis
Verfassungsschutz zählt mehr rechtsextreme Konzerte

Berlin. Neonazis und Kameradschaften veranstalten immer mehr Rechtsrock-Konzerte. Der Verfassungsschutz bestätigt eine Zunahme.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Linke) hervor. Diese liegt der "Welt" vor. Demnach zählte der Verfassungsschutz im ersten Quartal 2016 bundesweit 15 Rechtsrock-Konzerte. Das sei die höchste Zahl seit vier Jahren und eine Fortsetzung des Vorjahrestrends. Damals hatten die Behörden mit insgesamt 71 Rechtsrock-Konzerten erstmals seit langem wieder eine Zunahme registriert.

"Konzerte von Kameradschaften und sonstigen Nazi-Zusammenschlüssen dienen zum einen der Rekrutierung neuer 'Kameraden'", sagte Jelpke der "Welt". Nazirock fungiere hier als eine Art Einstiegsdroge. Die Veranstaltungen zielten zudem darauf ab, den Zusammenhalt in der rechtsextremen Szene zu stärken. "Beides sind gute Gründe, den Nazis den Stecker zu ziehen", sagte Jelpke. "Durch polizeiliches Einschreiten, aber auch antifaschistischen Protest."

Eine der Konzert-Hochburgen ist den Angaben zufolge Thüringen. Dort hatte am vergangenen Samstag in der Kleinstadt Hildburghausen ein Neonazi-Open-Air mit rund 3500 Besuchern stattgefunden. "Es ist leider Fakt, dass sich Thüringen zu einem bevorzugten Veranstaltungsraum für die rechtsextremistische Musikszene etabliert hat", sagte der thüringische Verfassungsschutzchef Stephan Kramer der "Welt".

Gemeinsam mit der Polizei und den Ordnungsämtern müsse man den Druck auf diese Veranstaltungen weiter erhöhen, forderte Kramer. "Thüringen darf kein Rückzugsort für Neonazis und Tummelplatz für braune Musiker sein." In den kommenden zwei Monaten seien mindestens vier weitere rechtsextreme Musikfestivals in Thüringen und Brandenburg angekündigt.

(felt/KNA)
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