Ermittlungsverfahren eingeleitet: Neue Prügel-Vorwürfe gegen Prinz Ernst August
zuletzt aktualisiert: 17.11.2003 - 21:45Hannover (rpo). Prinz Ernst August von Hannover sieht sich neuen Prügelvorwürfen ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat gegen ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet.
Wie der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Thomas Klinge, am Montag bestätigte, hat ein Redakteur des Süd-West-Rundfunks (SWR) Strafanzeige gegen den bereits als "Prügel-Prinzen" bekannten Adeligen erstattet.
Der Chef des Welfenhauses soll beleidigend und auch handgreiflich geworden sein, nachdem der Journalist ihn in einer Frage zu Unrecht als Preußen bezeichnet hatte. Leibwächter des Adligen sollen den Reporter erheblich verletzt haben.
Der in der Strafanzeige geschilderte Vorfall solle sich bereits am 5. Oktober in Grünau in Oberösterreich abgespielt haben, sagte Klinge. Der Anzeige zufolge hat der SWR-Redakteur den Adeligen gefragt, ob er als Preuße eine bestimmte süddeutsche Speise überhaupt kenne. Daraufhin soll Prinz Ernst August außer sich geraten sein.
Er soll den Redakteur mit Worten wie "Fuck off" und "Scheiß-Journalist" beleidigt, ihn am Arm gepackt und geschüttelt haben. Anschließend soll er der Anzeige zufolge seine Leibwächter aufgefordert haben, den Redakteur hinaus zu werfen.
Durch einen Angriff der Leibwächter soll der Journalist eine schwere Knieverletzung erlitten haben. Der Bänderriss habe später im Krankenhaus operiert werden müssen.
Der SWR-Redakteur habe zunächst bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige erstattet, die das Verfahren in der vergangenen Woche nach Hannover abgegeben habe. Im Zuge der Ermittlungen werde man zunächst versuchen, den Prinzen zu den Vorwürfen zu hören, sagte der Sprecher.
Der Adelige wurde bereits vor zwei Jahren vom Amtsgericht Springe wegen Körperverletzung und Beleidigung zu acht Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 500.000 Mark verurteilt. Das Urteil, gegen das Berufung beim Landgericht Hannover eingelegt wurde, ist noch nicht rechtskräftig.
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