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Heilbronner Polizistenmord
Neue Waffenfunde in Zwickauer Trümmerhaus

Polizistenmord: Spurensuche im Trümmerhaufen
Polizistenmord: Spurensuche im Trümmerhaufen FOTO: dpa, Jan Woitas
Zwickau/Heilbronn. Bei ihren Ermittlungen im Fall des Heilbronner Polizistenmordes haben Beamte in dem zerstörten Haus in Sachsen weitere Waffen entdeckt: Mit einer Maschinenpistole und drei Faustfeuerwaffen beläuft sich die Zahl der insgesamt geborgenen Waffen nun auf elf. Darunter wird die 2007 bei dem Mord in Heilbronn benutzte Tatwaffe vermutet. Von Martin Bewerunge

Außerdem prüft die Polizei, ob ein in den Trümmern des Hauses in Zwickau gefundenes Reizstoffsprühgerät der getöteten Beamtin oder ihrem damals schwer verletzten Kollegen zugeordnet werden kann.

Die 36-jährige Beate Z. wird verdächtigt, das Gebäude angezündet zu haben. Sie hatte dort mit zwei Männern gelebt, die sich vergangene Woche nach einem Banküberfall vermutlich selbst umbrachten. Bei den Toten fand die Polizei die Dienstwaffe des Heilbronner Opfers. Beate Z. stellte sich vor wenigen Tagen den Behörden, schweigt aber bislang.

Fest steht aber, dass das Trio in den 90er Jahren im rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" aktiv war und untertauchte, als ihre Bombenbau-Werkstatt ausgehoben wurde. Die beiden Männer könnten dann seit 1999 bis zu 14 Raubzüge unternommen haben – zehn in Sachsen, zwei in Thüringen und zwei in Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt Spekulationen, wonach Beate Z. die Fluchtfahrzeuge gefahren haben könnte.

Im Thüringer Landtag fordert heute die Opposition von Innenminister Geibert (CDU) Aufklärung über die Rolle der Sicherheitsbehörden. Dabei geht es um die Frage, warum die drei Neonazis so lange unerkannt untertauchen konnten.

Laut einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" hatten sich die gesuchten Bombenbauer unmittelbar nach Eintreten der Verjährung über einen Anwalt bei der Staatsanwaltschaft Gera gemeldet.

Polizei und Justiz hätten damals jedoch keine weitere Möglichkeit für eine Beobachtung oder gar für Ermittlungen gesehen, da kein Straftatverdacht vorgelegen habe. Der Verfassungsschutz dagegen hätte beobachten dürfen und warnen können, schreibt die Zeitung.

(RP/pst/rm)
 
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