Rätselhafte Erkrankungen: Neunter Todesfall im Altenheim?
zuletzt aktualisiert: 20.04.2009 - 21:45Trier/Hillesheim (RPO). Im Zusammenhang mit einer rätselhaften Erkrankungswelle im Altenheim "Katharinenstift" in Hillesheim in Rheinland-Pfalz gibt es möglicherweise ein neuntes Todesopfer. Eine 82-jährige Bewohnerin des Stifts verstarb am Montag in einem Krankenhaus, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Roos in Trier mitteilte.
Die Leiche der Frau soll am Dienstag obduziert werden, wie bereits die Leichen der übrigen acht Verstorbenen. Die 82-Jährige war den Angaben zufolge Ende März mit den auch in den anderen Fällen aufgetretenen Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. In der vergangenen Woche war sie wieder in die Obhut des Stifts entlassen worden. Die Frau war nicht bettlägerig, hatte sich laut Staatsanwaltschaft selbstständig versorgt und am Montag noch gefrühstückt. Erst kurz vor ihrem Tod soll sie über Schmerzen in der Brust geklagt haben.
Vor rund drei Wochen waren in einer Abteilung der Hillesheimer Pflegeeinrichtung 12 der 36 Bewohner erkrankt. Sie litten unter Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Auswurf. Neun dieser Personen sind seitdem gestorben. In drei Fällen lag den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge eine natürliche Todesursache vor.
In fünf Fällen fanden die Rechtsmediziner dagegen bei den Obduktionen unerklärliche entzündliche Veränderungen der Lungen und der Atemwege. Die daraufhin veranlassten feingeweblichen Untersuchungen, in denen geklärt werden soll, ob ein Infekt oder eine Fremdsubstanz nachweisbar ist, sind noch nicht abgeschlossen.
Die Angehörigen zweier Verstorbener haben inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Wohnkomplex der Erkrankten wurde am Freitag durch ein Speziallabor überprüft. Dabei ging es um eventuelle Ausdünstungen von Möbeln, Wand- und Bodenbelägen.
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