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Niedersachsen
Mehr sexuelle Gruppen-Übergriffe in Schwimmbädern

Niedersachsen: Mehr sexuelle Gruppen-Übergriffe in Schwimmbädern
FOTO: dpa, hk fdt
Hannover. Nicht nur in Düsseldorf - auch in Niedersachsen sind 2016 vermehrt sexuelle Gruppen-Übergriffe in Schwimmbädern gemeldet worden.

Demnach wurden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres "vereinzelt Straftaten registriert, bei denen die Täter aus größeren Gruppen heraus gehandelt haben", erklärte das Landeskriminalamt am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Hannover.

Dies sei "auffällig", weil Sexualdelikte "weit überwiegend" von allein handelnden Tätern begangen würden. Bei allen Gruppendelikten seien die Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft gewesen. Für die Statistik berücksichtigte das Landeskriminalamt Anzeigen zwischen 2014 und 2016.

Im zweiten Quartal des Jahres 2016 wurden Gruppen-Delikte, die das Kriminalamt als "neue Erscheinungsformen" bezeichnete, nicht mehr registriert. Dies führt die Polizei darauf zurück, dass die Bürger, ausgelöst durch die Kölner Silvesternacht, Übergriffe eher angezeigt und "sowohl die Verantwortlichen in den Bädern als auch die Polizei unmittelbar reagiert" hätten. Somit habe sich "der Trend" im zweiten Quartal nicht fortsetzen können.

Grundsätzlich verzeichnete das Landeskriminalamt einen Anstieg von sexuellen Übergriffen in Schwimmbädern für 2016. Während in den Jahren 2013 bis 2014 jährlich etwa 50 Sexualdelikte mit Tatort "Schwimmbad" registriert wurden, seien es im ersten Halbjahr 2016 "bereits mehr als die Hälfte des Durchschnitts der Vorjahre" gewesen.

"Mehr nichtdeutsche Tatverdächtige"

Dabei wurden im laufenden Jahr erstmals "mehr nichtdeutsche Tatverdächtige registriert", während in den beiden Vorjahren deutsche Tatverdächtige "deutlich in der Mehrheit" gewesen seien. Zudem kamen sie 2016 den Angaben zufolge "vermehrt" aus dem arabischen Raum, während 2015 die nichtdeutschen Tatverdächtigen meistens aus europäischen Ländern stammten.

Weiter wies das Landeskriminalamt daraufhin, dass im Gegensatz zu den Vorjahren offensichtlich eine hohe Sensibilität bei Bürgern, Schwimmbad-Personal sowie Polizei hinsichtlich der Verhinderung von Sexualdelikten bestehe. Dies äußere sich darin, dass "auch niedrigschwellige Delikte oder bloßes respektloses Verhalten" angezeigt würden. Dazu gehöre etwa, Türen von Damenumkleidekabinen aufzureißen oder Frauen beim Duschen zu beobachten. Grundsätzlich werden laut Landeskriminalamt Sexualdelikte grundsätzlich nur zu etwa sechs Prozent angezeigt.

Bereits Anfang Juli war bekannt geworden, dass die Zahl der Übergriffe in Düsseldorfer Schwimmbädern gestiegen ist.

(felt/KNA)
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