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Starker Rückgang im Osten und im Saarland
Niedrigste Schülerzahl seit Wiedervereinigung

Nach der Schule ins Ausland - so geht's
Nach der Schule ins Ausland - so geht's FOTO: AP
Wiesbaden (RPO). Noch niemals seit der Wiedervereinigung haben so wenige Kinder und Jugendliche allgemeinbildende und berufliche Schulen in Deutschland besucht. Die Gesamtzahl von rund 11,7 Millionen Schülern liegt im laufenden Schuljahr 2009/2010 noch einmal unter dem bisherigen Tiefststand von 11,8 Millionen im Jahr 1992.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Rund 8,9 Millionen Mädchen und Jungen besuchen derzeit allgemeinbildende Schulen, weitere 2,8 Jugendliche werden an berufsbildenden Schulen unterrichtet. Gegenüber dem vorherigen Schuljahr beträgt der Rückgang 1,3 Prozent.

In West- und Ostdeutschland verlief der bundesweite Rückgang der Schülerzahlen allerdings unterschiedlich: Während an allgemeinbildenden Schulen im früheren Bundesgebiet die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 1,4 Prozent sank, ging sie in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin lediglich um 0,8 Prozent zurück.

Bei den beruflichen Schulen lief die Entwicklung in umgekehrter Richtung. Hier nahm die Zahl der Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen im früheren Bundesgebiet sogar um 0,2 Prozent geringfügig zu, sank jedoch in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin um 7,9 Prozent.

Starker Rückgang im Saarland wegen G8

Betrachtet man allgemeinbildende und berufliche Schulen zusammen, so war in allen Bundesländern eine Abnahme der Zahl der Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2009/10 gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Die deutlichsten Rückgänge waren bei der Zahl der Schülerinnen und Schüler in Brandenburg (minus 3,8 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (minus 4,2 Prozent), dem Saarland (minus 3,7 Prozent) und Sachsen-Anhalt (minus 3,7 Prozent) zu verzeichnen.

Während das Sinken der Schülerzahl im Saarland auf die Umstellung auf die achtjährige Gymnasialzeit zurückzuführen ist, wirkt sich der Geburtenrückgang, der Anfang der 1990er Jahre in den neuen Bundesländern eintrat, mittlerweile auch auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen aus.

76,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler wurden im Schuljahr 2009/2010 an allgemeinbildenden Schulen und 23,7 Prozent an beruflichen Schulen unterrichtet. In den einzelnen Bundesländern gab es deutliche Unterschiede beim Anteil der beruflichen Schulen an allen Schülerinnen und Schülern: Die Spanne reichte von 22,0 Prozent in Bayern bis zu 31,1 Prozent in Sachsen.

(apd/csr)
 
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