Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Notrufnummer für weibliche Gewaltopfer
zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 17:34Frankfurt/Main (RPO). Im Kampf gegen Gewalt an Frauen richtet die Bundesregierung eine zentrale bundesweite Notrufnummer ein. Das Angebot soll rund um die Uhr eine unbürokratische Anlaufstelle für Frauen und Kinder in Gewaltsituationen sein, wie Familienministerin Ursula von der Leyen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am Mittwoch mitteilte. Die Nummer soll voraussichtlich Ende nächsten Jahres freigeschaltet werden.
"Auch in Deutschland ist Gewalt gegen Frauen kein Problem am Rand unserer Gesellschaft, sondern findet mitten unter uns statt", erklärte die CDU-Politikerin. Ziel der anonymen Notrufnummer sei es, auch außerhalb der Bürozeiten der 360 Frauenhäuser sowie der 240 lokalen und regionalen Notrufe und Beratungsstellen Ersthilfe zu leisten und eine kompetente Weitervermittlung an die Unterstützungseinrichtungen vor Ort zu ermöglichen.
"Das Angebot richtet sich auch an das soziale Umfeld und die zuständigen Berufsgruppen sowie an Männer - als Unterstützer ebenso wie als Täter", erklärte das Bundesministerium für Familie und Frauen. Bis Ende 2011 müsse für die Notrufnummer eine neue Struktur aufgebaut, das Beratungspersonal geschult und die Kooperation mit den bestehenden Unterstützungssystemen etabliert werden.
Fahnenaktion von terre des femmes
Die Beratungsorganisation pro familia wies darauf hin, dass jede vierte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens körperliche Gewalt durch einen Beziehungspartner erlebe. Dies sei kein Problem sozialer Brennpunkte, sondern finde in allen gesellschaftlichen Schichten statt. "Betroffenen müssen flächendeckend Beratungsangebote zur Verfügung stehen", verlangte die Bundesvorsitzende von pro familia, Gisela Notz.
Mit einer Fahnenaktion setzt terre des femmes wieder ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. "Nachdem sich im letzten Jahr erstmals alle im Bundestag vertretenen Parteien beteiligten, hissen in diesem Jahr nun auch das Bundesministerium für Verbraucherschutz in Bonn und Berlin und die amerikanische Botschaft in Berlin jeweils eine von über 5.000 Fahnen", erklärte die Organisation. An der Aktion beteiligen sich den Angaben zufolge Organisationen, Verbände und Gemeinden von Deutschland, über die Schweiz und Spanien bis nach Honduras.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel kritisierte die Genitalverstümmelung, die weltweit für jährlich bei etwa drei Millionen Mädchen und Frauen dauerhafte emotionale und körperliche Schäden verursache.
Der Aktionstag wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen. Hintergrund ist der Mord an drei Schwestern am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik, die damals gegen das Regime aufbegehrten. 1981 wurde der Tag auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







