Frankfurt am Main: NPD-Demo sorgt für Gewalt-Proteste
zuletzt aktualisiert: 07.07.2007 - 19:37Frankfurt/Main (RPO). Einen Aufmarsch von Neonazis haben am Samstag linke Gegendemonstranten in Frankfurt am Main erheblich behindert. Sie blockierten die Bahnstrecken, so dass die Anhänger der rechten Szene nur mühsam zum Demonstrationsort abseits der Innenstadt gelangen konnten. Die Polizei nahm bis zum Nachmittag 130 Personen vorläufig fest.
Die rechtsextreme NPD hatte für den Aufmarsch 1500 Sympathisanten angemeldet. Tatsächlich erschienen aber gerade mal rund 500. Auf der anderen Seite versuchten 1000 Gegendemonstranten seit dem Morgen, die Anreise der Rechten zu stören. Sie besetzten Gleise, steckten Böschungen in Brand und legten brennende Gegenstände auf die Schienen. Der S-Bahn-Verkehr im Raum Frankfurt kam dadurch zeitweise zum Erliegen. Bei der Räumung der Schienen kam es zu Rangeleien.
Den Sachschaden an Schaltkästen, Kabeln und Signalanlagen bezifferte die Bundespolizei auf 250.000 bis 300.000 Euro.
Mit den Worten "Denkt dran: Nazis benutzen Bus und Bahn." hatten Antifa-Gruppen noch am Vortag im Internet ihre Anhänger eingeschworen. Offenbar erfolgreich. Auf Seiten der Linken wird die stundenlange Verspätung der NPD-Demonstration am Nachmittag jedenfalls als Erfolg gewertet.
Bis zu 8000 Beamte aus dem ganzen Bundesgebiet hatten Landes- und Bundespolizei zusammengezogen, um Ausschreitungen zwischen Anhängern der linken und rechten Szene zu verhindern. Den Polizisten gelang es auch weitgehend, die beiden Gruppen voneinander zu trennen.
Auf dem Frankfurter Römerberg protestierten am Nachmittag über 1500 Menschen für Weltoffenheit und gegen Fremdenhass. Aufgerufen dazu hatte ein breites demokratisches Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Jugendorganisationen. Mehrere Redner forderten auf der Kundgebung, die NPD zu verbieten.
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