Zahlreiche Notrufe: NRW: Aufräumen nach dem Unwetter
zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 - 09:38Düsseldorf (RPO). Starke Regenfälle, taubeneigroße Hagelkörner, Sturm, zahlreiche Notrufe. Über weite Teile von Nordrhein-Westfalen ist in der Nacht zu Montag ein schweres Unwetter hinweggezogen. Besonders betroffen sind das Münsterland und das Ruhrgebiet. Nun beginnt das Aufräumen.
Die Bilanz ist weniger dramatisch als bei den jüngsten Unwettern im Mai. Doch wieder haben etliche mit den Folgen zu kämpfen. Viele Keller liefen voll, zahlreiche Bäume stürzten um. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht.
Münsterland Das Unwetter zog am Sonntag vor allem über den Nordbereich des Kreises Borken mit den Städten Gronau, Ahaus und Vreden. Auch im Kreis Minden-Lübbecke löste das Unwetter etliche Einsätze aus. Dort seien vor allem in den Bereichen Petershagen und Espelkamp Bäumen umgestürzt und Kellern vollgelaufen, sagte ein Polizeisprecher.
Kreis Soest Im Kreis Soest gingen Dächer, Fensterscheiben und Jalousien durch das Unwetter zu Bruch. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren teils bis zu 40 Liter Regen pro Stunde gefallen. Das war rund die Hälfte der Menge, die sonst innerhalb eines Monats gemessen wird, wie ein Meteorologe sagte.
Ruhrgebiet Vom Unwetter war auch der Süden Essens betroffen. Seit 17.00 Uhr musste die Feuerwehr etliche Einsätze fahren. Dutzende Bäume und dicke Äste blockierten die Straßen und Wege. Die S-Bahn-Linien der S 6 und der S 9 mussten ebenfalls gesperrt werden, hier lagen Bäume auf den Gleisen oder hingen in der Oberleitung. Kurz darauf kam dann eine zweite Unwetterfront mit starkem Regen, der etliche Keller volllaufen ließ. In Schwelm (Ennepe-Ruhr-Kreis) geriet durch einen Blitz der Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand.
Wieder sonnig Der Deutsche Wetterdienst prognostizierte, dass es in den nächsten Tagen in NRW weitgehend sonnig werde. Allerdings könne es vor allem in der ersten Wochenhälfte immer wieder zu Schauern kommen. Am Dienstag dürfte die Front eines Tiefausläufers über die Eifel sowie das Sauer- und Siegerland ziehen und für starke Regenfälle sorgen.
Erst am Mittwoch beruhige sich die Lage wieder und es werden schönere und sonnigere Tage mit Temperaturen von rund 25 Grad erwartet. Am Freitag könnte es wieder zu leichten Schauern kommen, hieß es. Auch am Wochenende soll das sonnige Wetter anhalten, gelegentliche Schauer werden aber weiter nicht ausgeschlossen.
Nach Angaben des Meteorologen sind die Temperaturen für die Jahreszeit etwas zu niedrig. Mit starkem Wind sei in den kommenden Tagen allerdings nicht zu rechnen.
Nach Angaben der Experten der Unwetterzentrale wird die weitergezogene Gewitterfront am Montag über dem Süden Deutschlands niedergehen. Sie rechnen mit teils kräftigen Schauern und Gewittern, Lokal auch mit Unwettern. In ihren Vorwarnungen ist von Starkregenschauer, Gewittern, Sturm und Orkan die Rede. Die Vorwarnungen sind teilweise bis zum Montagabend gültig. Konkretere Akutwarnungen gibt die Unwetterzentrale zeitnah heraus.
Waren auch Sie Zeuge des Unwetters? Ist Ihr Keller vollgelaufen? Dann fotografieren Sie und schicken Sie uns Ihre Aufnahmen zusammen mit Ihren Angaben, wann, wo und was Sie fotografiert haben. Zahlreiche Fotos sind bereits eingelaufen. Sie zeigen Aufnahmen aus Kaarst, Meerbusch und Ratingen.
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