Schneechaos in Deutschland: NRW kommt langsam wieder ins Rollen
zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 18:54Frankfurt/Main (RPO). Der Winter hat Deutschland ein Verkehrschaos beschert. Züge fielen aus, ein ICE wurde evakuiert, auf den Straßen kam es zu zahlreichen Staus, auf Flughäfen saßen Tausende fest. Am stärksten betroffen war nach Angaben des Wetterdienstes Nordrhein-Westfalen. Im Laufe des Montags hat sich die Situation aber etwas entspannt. Allerdings drohen den Autofahrern jetzt spiegelglatte Straßen.
Lage an den Flughäfen: Am Düsseldorfer Flughafen lief der Flugbetrieb nach Angaben einer Sprecherin am Montag wieder an. Ab 18 Uhr stand auch die zweite Flugbahn wieder zur Verfügung. 25 Flüge fielen aus. Bei einem Teil der Ausfälle lag die Ursache jedoch nicht in Düsseldorf, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. An den Flughäfen in Dortmund und Weeze normalisierte sich der Flugbetrieb ebenfalls wieder. In Frankfurt am Main mussten hingegen auch am Montag rund 100 Flüge gestrichen werden.
In Düsseldorf war der Flugbetrieb am Sonntagmorgen wegen heftiger Schneefälle eingestellt worden. Betroffen waren etwa 200 ankommende Maschinen, 200 Abflüge wurden annulliert. Insgesamt hatte der nach Frankfurt am Main und München drittgrößte deutsche Flughafen für Sonntag mit 440 Start und Landungen sowie 39.000 Passagieren gerechnet. Tausende Menschen, die am Sonntag stundenlang auf ihren Abflug gewartet hatten, verbrachten die Nacht zum Teil in umliegenden Hotels. Andere machten sich wieder auf den Heimweg.
Lage auf den Autobahnen: Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen waren Autobahnen gesperrt. In NRW wurden die Autobahn 1 bei Burscheid und Remscheid und die A3 bei Hilden nach Vollsperrungen erst am Morgen wieder freigegeben. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Ursache: Manövrierunfähige Lastwagen standen quer auf der Fahrbahn. Mittlerweile haben sich die Staus aufgelöst und der Verkehr rollt wieder.Bereits in den Nacht waren die A1 bei Greven und am Kreuz Leverkusen-West sowie die A40 bei Kempen zeitweise gesperrt gewesen.
Verkehrschaos in NRW
- Region: A3 nur einspurig, Bahnstrecke Solingen-Köln gesperrt
- Düsseldorf: Erhebliche Verspätungen bei der Rheinbahn
- Düsseldorf: Flughafen sagt weitere Flüge ab
- Krefeld: Fahrplan völlig aus dem Takt
- Duisburg: Trotz Schnee: Chaos bleibt aus
Auch am Montagmorgen ist es in NRW zu zahlreichen Unfällen gekommen. Die Polizei registrierte in der Zeit zwischen 5 Uhr und 13.30 Uhr landesweit 529 Unfälle. Dabei wurden 35 Personen leicht und 8 Menschen schwer verletzt. Den Sachschaden bezifferte die Sprecherin auf insgesamt 1,3 Millionen Euro.
In Niedersachsen bezeichnete ein Sprecher der Verkehrsleitzentrale die Straßenverhältnisse am Montagmorgen als "auf dem Weg der Normalisierung". Nach mehreren Unfällen in der Nacht war am Montagmorgen noch die A2 bei Wolfsburg in Richtung Braunschweig gesperrt. Ein querstehender Lastwagen blockierte zudem die A7 zwischen bei Hannover in Richtung Hamburg. Die Straßen seien "unheimlich glatt", sagte der Sprecher. Überfrierende Nässe entstand durch aufgetauten Schnee oder Regen.
Auf der A57 am Kreuz Kaarst (Rhein-Kreis Neuss) raste am Morgen ein Lastwagen in eine Mittelschutzplanke. Ein wegen Glätte verunglückter Lastwagen blockierte stundenlang die A 1 von Münster nach Bremen. Der Silowagen war nördlich von Münster auf rutschiger Fahrbahn ins Schleudern gekommen und gegen eine Leitplanke geprallt. Daraufhin platzte der Tank, aus dem 500 Liter Diesel flossen.
In Sachsen-Anhalt mussten auf der A38 zwei Lkw geborgen werden, die bei Eisleben in Richtung Göttingen verunglückt waren. In Thüringen waren die A4 bei Apolda und die A71 bei Meiningen zeitweise voll gesperrt, nachdem 15 Zentimeter Schnee gefallen waren. Lastwagenunfälle führten auch dort für blockierte Fahrbahnen.
Lage bei der Bahn: Eine Schneefront, die von West nach Ost durch die Mitte Deutschlands zog, sorgte nach Angaben eines Bahnsprechers vor allem in NRW für zahlreiche Verspätungen. Weichen seien wegen der Schneemassen blockiert gewesen und hätten erst ausgegraben werden müssen. Zum Teil seien auch Züge ausgefallen. Im Laufe des Montags habe sich die Lage aber wieder normalisiert.
Die Bahnstrecke Solingen-Köln musste nach Auskunft der Bahn gesperrt werden, weil ein Baum auf die Oberleitung gefallen war. Inzwischen ist die die Strecke wieder frei.
Nach Auskunft eines anderen Bahnsprechers musste am Sonntagabend bei Kreiensen in Niedersachsen ein ICE mit mehreren Hundert Fahrgästen auf offener Strecke evakuiert werden. Bahnpendler im Großraum Hamburg hatten mit Zugausfällen und Verspätungen zu kämpfen. Autofahrer dagegen hatten weitgehend freie Fahrt.
Wetterdienste warnen vor Glätte: Autofahrer in NRW müssen in der kommenden Nacht mit glatten Straßen rechnen. Aus dem Westen ziehen neue Niederschläge heran. Von Montagabend an werden im Westen neue Schneefälle erwartet. Im Verlauf der Nacht werden sie voraussichtlich in Regen übergehen. Dadurch besteht am Morgen im Berufsverkehr Glättegefahr.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







