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Wetterchaos auf Straße und Schiene: NRW versinkt im Chaos

zuletzt aktualisiert: 26.11.2005 - 16:45

Düsseldorf (rpo). Anhaltend starker Schneefall hat zu chaotischen Zuständen in ganz Nordrhein-Westfalen geführt. Im Münsterland und in Ostwestfalen-Lippe waren rund 250 000 Menschen ohne Strom. Der Flughafen Düsseldorf stellte am Morgen für rund vier Stunden seinen Betrieb ein. Auf den Autobahnen ging teilweise nichts mehr. Im Raum Münster kam der Bahnverkehr stundenlang zum Erliegen, in mehreren Gemeinden des Münsterlandes fiel der Strom aus.

Am Weihnachtswochenende müssen Autofahrer mit Staus auf Deutschlands Fernstraßen rechnen. Foto: ddp, ddp

In Nordrhein-Westfalen waren 25 Kommunen von Stromausfällen betroffen. Zunächst sei nicht abzusehen, wann die Störungen behoben werden können, sagte eine Sprecherin des Energieversorgers RWE. Auf den Autobahnen konzentrierten sich die Probleme am Nachmittag auf den Großraum Wuppertal. Die A 1 zwischen Leverkusen und Remscheid wurde gesperrt und geräumt. Hunderte Autofahrer saßen fest und wurden mit Decken und warmen Getränken versorgt. Auch im weiteren Verlauf der A 1 bis Wuppertal staute sich der Verkehr.

Der Bahnverkehr in Münster und Umgebung stand zeitweise komplett still, weil Weichen zugeweht waren und umgestürzte Bäume Gleise blockierten. Die drei Strecken zwischen Münster und Gronau, Münster und Coesfeld sowie Gronau und Coesfeld bleiben voraussichtlich noch bis Montag gesperrt. Reisende mussten sich landesweit auf Verspätungen bis zu anderthalb Stunden einstellen. Es seien "zigtausend" Kunden betroffen, sagte ein Bahnsprecher.

In der Nacht waren Hunderte am Hauptbahnhof Münster gestrandete Reisende in einem alten Bunker von der Feuerwehr mit Decken und heißen Getränken versorgt worden. Drei Züge blieben im Schnee stecken. Rund 700 Reisende wurden evakuiert.

Von Freitagabend bis Samstagmittag ereigneten sich auf den NRW-Autobahnen insgesamt rund 1270 Unfälle. 64 Personen wurden nach Angaben des Innenministeriums verletzt. Der Sachschaden wird auf etwa 3,2 Millionen Euro geschätzt.

Mehrere tausend Autofahrer mussten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Betroffen war insbesondere die A 1 zwischen Münster und Osnabrück. Dort staute sich der Verkehr bis zu 50 Kilometern. Die Betroffenen wurden von Hilfsorganisationen betreut.

Weiterhin voll gesperrt war die A 31 zwischen Bottrop und Meppen. Dort war das Starkstromkabel eines Hochspannungsmastes gerissen und auf die Fahrbahn gefallen. Die Sperrung sollte noch bis zum späten Samstagabend andauern.

Auf dem Flughafen Düsseldorf war die Start- und Landebahn so verschneit, dass die Sicherheit im Flugverkehr nicht mehr gewährleistet werden konnte. Viele Reisende saßen in den Fliegern fest. Am Mittag normalisierte sich der Verkehr aber wieder. 36 ankommende Flugzeuge wurden umgeleitet, 25 Flüge ab Düsseldorf gestrichen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass sich der Schneefall weiter abschwächen wird. Für die Nacht zu Sonntag bestehe aber die Gefahr überfrierender Nässe, sagte ein Sprecher.

Auch Hamburg, Niedersachsen und Hessen betroffen

In Niedersachsen erfasste das Schneechaos besonders den Westen und Nordwesten. Im Weserbergland kam es auf der A 2 bei Bad Eilsen zu erheblichen Behinderungen. In Bremen-Mahndorf rutschte auf der A 1 in den frühen Morgenstunden ein Lkw wegen Glätte von der Fahrbahn und verursachte einen längeren Stau. Der Fahrer wurde verletzt.

In Hessen brachten Schnee und Glätte den Verkehr auf zahlreichen Straßen zum Stillstand. Wegen der Staus kamen die Streufahrzeuge nur langsam zu ihren Einsatzorten. Am schlimmsten traf es die A 4 zwischen Bad Hersfeld und Friedewald, wo sich ein etwa 20 Kilometer langer Stau bildete. Erst als die Streu- und Räumfahrzeuge überall durchkamen, entspannte sich die Lage.

Das Stadtgebiet von Hamburg verwandelte sich Samstagfrüh in eine riesige Eisfläche. Angetauter und wieder überfrorener Schnee habe für gefährliches Glatteis auf Straßen und Gehwegen gesorgt, sagte ein Sprecher der Stadtreinigung. Zusätzlich zu den 120 Streufahrzeugen seien mehr als 500 Helfer im Einsatz gewesen. Bis zum späten Vormittag solle Entwarnung gegeben werden.

Quelle: afp

 
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