| 16.52 Uhr

Neuer Fahrplan
Ab Dezember nur noch acht Nachtzüge in Deutschland

Berlin. Das klassische Nachtzugangebot in Deutschland wird halbiert. Im neuen Fahrplan ab 11. Dezember stehen nur noch acht Verbindungen mit Schlaf- und Liegewagen.

Die Züge werden von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben, die Deutsche Bahn zieht sich aus dem Segment zurück, wie bereits zuvor angekündigt worden war. Beide Unternehmen stellten das künftige Nachtzugnetz am Freitag in Berlin vor.

Gewerkschaft kritisiert Entscheidung

Demnach lässt die Deutsche Bahn nachts mehr ICE- und IC-Züge mit Sitzplätzen fahren. Sie sollen die wegfallenden Schlafwagen ausgleichen und zielten auf "preissensible, junge Kunden", sagte Bahn-Vorstandsmitglied Berthold Huber in Berlin. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisierte das künftige Nachtangebot: "Verbesserungen sehen wir da nicht", sagte der Vorsitzende Alexander Kirchner.

Unter der Marke Nightjet werden künftig täglich Schlafzüge von Düsseldorf, Hamburg und München nach Wien, Zürich, Innsbruck, Venedig, Rom und Mailand fahren, wie ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä am Freitag sagte.

Auf vier dieser Strecken werden auch Autos und Motorräder befördert: Hamburg–Wien (täglich), Düsseldorf–Wien (viermal wöchentlich), Hamburg–München-Innsbruck (täglich) und Düsseldorf–München–Innsbruck (dreimal wöchentlich).

Nachtzüge sorgten für Millionenverluste

Bislang ist die Deutsche Bahn zum Beispiel auch zwischen Köln und Prag, Köln und Warschau oder von Amsterdam nach München und Innsbruck mit Schlaf- und Liegewagen unterwegs. ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä sagte, sein Unternehmen habe nur diejenigen Nachtzugstrecken übernommen, für die es einen Markt gebe. Die Deutsche Bahn verabschiedet sich aus dem Geschäft, weil sie damit jahrelang Millionendefizite erwirtschaftete.

(bur/dpa)
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