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Deutschlands bekanntestes Obama-Double
"Ich danke Obama für diese Präsidentschaft"

Obama-Double Luis Lay: "Ich danke Obama für diese Präsidentschaft"
Der Dresdener Schauspieler Luis Lay (r.) arbeitete die vergangenen acht Jahre als Obama-Double. FOTO: Luis Lay
Düsseldorf. Die Amtszeit von Barack Obama endet am 20. Januar 2017 – und damit auch die Amtszeit von Deutschlands bekanntesten Obama-Double. Seine Rolle verdankte er 2008 einem puren Zufall. Und das obwohl Luis Lay selber findet, dass er dem US-Präsidenten gar nicht richtig ähnlich sieht.  Von Franziska Hein

Wann sind Sie auf die Idee gekommen, als Obama-Double zu arbeiten?

Luis Lay Das war 2008, als Obama noch Senator von Illinois und Präsidentschaftskandidat war. Eine Agentur hat mich für einen Auftritt gebucht, einen Tag, bevor Obama an der Siegessäule in Berlin eine Rede halten wollte. Das war purer Zufall. Ich war vorher noch nie als Obama irgendwo aufgetreten, und ich sehe ihm ja auch nicht ähnlich. 

Sie finden also selbst, dass Sie ihm nicht ähnlich sehen?

Lay Nein, überhaupt nicht. Ich habe immer gesagt, ich sehe aus wie sein jüngerer hübscherer Bruder. 

Wie haben Sie es dann trotzdem geschafft, Obama ähnlicher zu werden?

Lay Ich bin ausgebildeter Schauspieler. Ich habe mir etwas von der Mimik und seiner Gestik angeeignet. Nur die Stimme ist ein Problem, Obama hat eine viel tiefere Stimme als ich. Optisch ging es mir darum, die Figur mit Leben zu erfüllen, damit man mir das auch abkauft. 

Sie imitieren ihn also nicht?

Lay Nein, darauf lege ich keinen Wert. Ich möchte nur den Anschein von Obama erwecken. 

Wie fühlt man sich denn, wenn man als Mister President auftritt?

Lay Während des Auftritts bin ich Obama. Ich bin dann voll in der Rolle. Damit es besonders authentisch wirkt, waren bei manchen Auftritten Bodyguards dabei. Kunden konnten auch ein Merkel-Double dazubuchen. So sind wir zum Beispiel auf der diesjährigen Hannovermesse aufgetreten, während die echte Merkel und der echte Obama in der Halle nebenan waren. 

Die schönsten Momente von Obama und Merkel FOTO: ap

Erkennen die Menschen denn, dass sie es mit Doppelgängern zu tun haben?

Lay Natürlich. Aber es geht ja um den Spaß. Für die Menschen ist das in diesem Moment so, als ob wirklich Obama da steht. Sie werden dem echten Präsidenten ja nie so nahe kommen. 

Und lässt sich damit Geld verdienen?

Lay Ich bin fünf oder sechs Mal im Jahr gebucht worden. Natürlich werden dann auch ordentliche Gagen bezahlt. Die sind vergleichbar mit den Tagessätzen bei Theatergagen. Auf jeden Fall danke ich Obama für diese Präsidentschaft. 

Mister President, was machen Sie nach dem 20. Januar?

Lay Obama ist ein Dresdener. Ich werde mich karitativen Zwecken widmen. Ich betreue unter anderem Kinder und Demenzkranke mit meiner Firma "Lebensfreunde". 

Sie sind also nicht traurig?

Lay Überhaupt nicht. Ich war 2012 schon für die Verlängerung um weitere vier Jahre dankbar.

Luis Lay (48) lebt als Schauspieler und Kulturmanager in Dresden. Er ist ausgebildeter Opernsänger und hat bis 2011 einige Jahre am Theater Krefeld-Mönchengladbach als Tenor gesungen. Seit 2008 hatte er Auftritte als Doppelgänger des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama, der am 20. Januar 2017 von Donald Trump abgelöst wird.

Die Fragen stellte Franziska Hein.

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