Kölner Stadtarchiv: Offenbar schon Grundwasserprobleme vor dem Einsturz
zuletzt aktualisiert: 28.03.2009 - 11:22Hamburg/Köln (RPO). Ein halbes Jahr vor dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs in eine U-Bahnbaustelle soll es "erhebliche Auseinandersetzungen" zwischen den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) und Baufirmen über Probleme mit dem Grundwasser gegeben haben.
Das geht nach einem am Samstag verbreiteten Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" aus Akten der KVB hervor. Vor dem Hintergrund, dass bereits am 8. September 2008 ein "erhöhter Wassereinbruch" festgestellt worden sei, hätten sich die Firmen zehn Tage später bei der KVB beklagt, "dass Sie trotz unserer von uns sehr deutlich dargestellten Gefahr eines hydraulischen Aufbruchs der Baugrubensohle (...) die notwendigen Kernbohrungen untersagen (...). Im Hinblick auf die oben genannte Gefahr für die Baugrube durch lokale hydraulische Grundbrüche ist diese Verzögerung nicht zu verantworten."
In einer internen Dokumentation heißt es laut dem Nachrichtenmagazin: "Die Wassermenge ist so groß, dass die Pumpe das Wasser nicht vollständig fassen kann; Wasser läuft daher bereits in die geöffnete Tunnelröhre Ost. Im Hinblick auf die ungeklärte hydrogeologische Situation hält die Arbeitsgemeinschaft es für nicht vertretbar, die Tunnelröhre West zu öffnen." Erst nach dem Bohren zusätzlicher Brunnen habe der Wasserdruck nachgelassen. Trotzdem sei weiterhin Wasser in die Grube gelaufen.
Weiter unter Druck gerät unterdessen Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU). Mittlerweile sondiere die CDU, ob Schramma bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl noch einmal antreten soll, schreibt das Magazin.
Beim Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Gebäude waren am 3. März in Köln zwei junge Männer im Alter von 17 und 24 Jahren ums Leben gekommen.
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