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Prozess in Niederbayern
Onkel erfindet Überwachungsgeschichte für Missbrauch

Deggendorf . Er soll die Leichtgläubigkeit zweier Mädchen ausgenutzt und ein perfides Spiel mit ihrer Angst getrieben haben. Angeblich auf Befehl des Pentagon mussten sie ihm sexuell gefügig sein. Jetzt kommt der Mann vor Gericht.

Ein Mann aus Bayern soll mit einer erfundenen Pentagon-Überwachungsgeschichte zwei Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft behauptete der Mann in SMS-Kurznachrichten an seine zwölfjährige Nichte und deren 14 Jahre alte Freundin, dass sich das Pentagon in ihre Handys eingehackt habe. "Auf diese Weise sei eine ständige Überwachung möglich und die Mädchen müssten ab sofort alle ihnen übertragenen Aufgaben erledigen", beschrieb das Landgericht Deggendorf die Geschichte des Mannes. Beispielsweise sollten sie ihm durch Geschlechtsverkehr das Leben retten.

Eine angebliche Mitarbeiterin des US-Verteidigungsministeriums gab den Mädchen demnach Befehle. Sollten sie nicht tun, was die vermeintliche Frau in den SMS sage, werde sie dafür sorgen, dass die beiden in ein Heim kämen. Daraufhin soll es in der Wohnung des Angeklagten mehrmals zum Geschlechtsverkehr und zu anderen sexuellen Handlungen gekommen sein.

Prozess im Juli

Der 30-Jährige sitzt seit vergangenem Dezember in Untersuchungshaft. Vom 19. Juli an muss er sich vor dem Landgericht Deggendorf wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 19 Fällen und einer Vielzahl weiterer Sexualstraftaten verantworten.

Laut Anklage tischte der Mann den Kindern im März 2015 eine besonders üble Lügengeschichte auf: Er habe von zwei Pentagon-Mitarbeitern mehrere Kuverts erhalten und einen vergifteten Schnaps trinken müssen. Sein Leben könne nur durch einen Geschlechtsverkehr gerettet werden. Erst als die beiden Mädchen im November 2015 Zweifel bekamen und den Mann zur Rede stellten, soll er ihnen erklärt haben, dass die Angelegenheit nun erledigt sei.

(crwo/dpa)
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