Vorwürfe gegen Musiker: Opfer beschuldigt Shanti schwerer als bisher
zuletzt aktualisiert: 27.08.2009 - 20:37München (RPO). Die Vorwürfe gegen Oliver Shanti werden noch schwerer. Die Hauptbelastungszeugin hat den des 314-fachen Kindesmissbrauchs angeklagten Esoterik-Musiker stärker als bisher beschuldigt.
Am Donnerstag sagte sie vor dem Münchner Landgericht aus, dass Shanti ab ihrem 12. bis 13. Lebensjahr über mehrere Jahre hinweg mehrmals die Woche mit ihr geschlafen habe. Dies teilte das Gericht nach der Aussage mit.
In der Anklageschrift war von einem einzigen Geschlechtsverkehr aber insgesamt rund 200 anderen Übergriffen zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr die Rede gewesen. Die Öffentlichkeit war während der Aussage ausgeschlossen worden, und Shanti wurde hinter Holzplatten verborgen, um der Zeugin die direkte Begegnung zu ersparen.
Die heute 32 Jahre alte Zeugin ist die Tochter eines früher für Shanti arbeitenden Gärtners. Sie war ihrer Aussage zufolge quasi täglich auf einem ausgedehnten Anwesen Shantis in Portugal, auf dem dieser einer sektenähnlichen Gemeinschaft vorstand.
Shanti sieht Komplott
Insgesamt wirft die Anklage dem 60-Jährigen sexuellen Missbrauch an sechs Kindern vor. Shanti hat die Vorwürfe bei der Prozesseröffnung am Mittwoch bestritten und mit einem Komplott gegen ihn erklärt.
Die Anwältin der Zeugin hatte vor der Aussage beantragt, Shanti aus dem Gerichtssaal zu entfernen, da ihre Mandantin bei einem neuerlichen Aufeinandertreffen wieder traumatisiert werden könne. "Die Nebenklägerin rechnet damit, dass sie, wenn sie den Angeklagten sieht, nur weinen würde und nicht fähig wäre, auszusagen." Die Frau sei schwer traumatisiert und könne ihren Alltagsgeschäften auch heute nur mühsam nachgehen, erklärte die Anwältin. Beim Anblick Shantis drohe ihr ein Nervenzusammenbruch. Auch ein Arzt hatte in einem Attest empfohlen P. das Zusammentreffen zu ersparen.
Das Gericht hatte einen Sichtschutz und ein Redeverbot für den Angeklagten angeordnet. Eine direkte Konfrontation könne die Wahrheitsfindung gefährden, erklärte der Vorsitzende Richter. Die Verteidiger Shantis protestierten gegen die Maßnahme.
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