Meldepflichtiges Ereignis: Panne beim Wiederanfahren des AKW Brunsbüttel
zuletzt aktualisiert: 08.07.2007 - 12:37Hamburg (RPO). Die Serie der Pannen bei Vattenfall reißt nicht ab: Beim Wiederanfahren des Atomkraftwerkes in Brunsbüttel vor einer Woche ist es zu einer Panne gekommen. Das teilte der Betreiber am Sonntag mit. Bei der Panne handelte es sich um ein meldepflichtiges Ereignis.
Offenbar durch Fehlbedienungen des Personals kam es nach Angaben des Kieler Sozialministeriums gleich zwei Mal zu Absperrungen im Reaktorwasserreinigungssystem des Kraftwerkes in Brunsbüttel. Die Reaktoraufsichtsbehörde war von Vattenfall erst am Freitag über das meldepflichtige Ereignis informiert worden.
Nach Angaben des Betreibers wurde das System nach den Absperrungen kurzfristig wieder in Betrieb genommen. Die Absperrung habe keine relevanten betrieblichen oder sicherheitstechnischen Auswirkungen gehabt. Die Meldung sei in die Kategorie "N" (Normal) eingestuft worden. Gleichzeitig kündigte der Energiekonzern an, Berichte über meldepflichtige Ereignisse künftig aktuell ins Internet zu stellen.
Nach Angaben des Sozialministeriums hatte ein Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde am vergangenen Montag bei der Werksleitung in Brunsbüttel nachgefragt, ob es beim Wiederanfahren zu besonderen Vorkommnissen gekommen sei. Dies sei vom stellvertretenden Werksleiter verneint worden.
Unterdessen geht die Aufarbeitung der Vorfälle im AKW Krümmel weiter. Am Samstag hatte das Ministerium Vertreter von Vattenfall einbestellt. In dem Gespräch ging es insbesondere um Dioxinspuren in Luftfiltern des AKW. Diese sollen nach Vattenfall-Angaben unter den für Industrieanlagen zulässigen Werten liegen. Die Aufsichtsbehörde will trotzdem in der Umgebung des Atommeilers Boden- und Vegetationsproben entnehmen und analysieren lassen.
In dem bundesaufsichtlichen Gespräch am Montag in Kiel zwischen Vertretern des Kieler Sozialministeriums, des Bundesumweltministeriums, des Betreibers und Sachverständigen steht der detaillierte Ablauf der Schnellabschaltung von Krümmel im Mittelpunkt. Nach Ministeriumsangaben erklärte der Betreiber der Behörde am Samstag, dass es keine weiteren Vorfälle im Zusammenhang mit dem Störfall in Krümmel gibt, die der Behörde und der Öffentlichkeit noch nicht mitgeteilt worden sind. Außerdem geht es in dem Gespräch am Montag um die Rolle der Stromnetze bei den Schnellabschaltungen in Brunsbüttel und Krümmel.
Das AKW Krümmel soll nach dem Willen des Unternehmens frühestens in drei Wochen mit halber Leistung ans Netz gehen. So viel Zeit nähmen die Aufräumarbeiten und Überprüfungen der Anlage in Anspruch, sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek. Vattenfall-Geschäftsführer Bruno Thomauske hatte am Freitag erklärt, der Wechsel des abgebrannten Trafos werde voraussichtlich weitere sechs Wochen in Anspruch nehmen.
Am 28. Juni waren die beiden AKW Brunsbüttel und Krümmel nach Vorfällen abgeschaltet worden. Zunächst hatte es in Brunsbüttel einen Kurzschluss gegeben. Dabei kam es zu einem Schwelbrand an der Turbine. Eine Stunde und 40 Minuten später brach auf dem Gelände des AKW Krümmel in einem Transformatorgebäude ein Feuer aus.
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