Vermögen in Anti-Baby-Pillen investiert: Pax-Bank will sich von unmoralischen Investments trennen
zuletzt aktualisiert: 02.08.2009 - 13:10Hamburg/Köln (RPO). Die katholische Pax-Bank in Köln hat Fondsgelder in Unternehmen angelegt, deren Produkte der christlichen Ethik widersprechen. Unter den Investments waren Unternehmen, die Verhütungsmittel, Waffen und Zigaretten herstellten. Nun hat das katholische Institut reagiert.
Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, gehörten zu den Unternehmen, in die die Bank das Geld ihrer Kunden investierte, Verhütungsmittel-, Rüstungs- und Tabakkonzerne. So habe die Bank im März umgerechnet 158 867 Euro in Wertpapiere des US-Pharma- und Verhütungspillen-Produzenten Wyeth angelegt, obwohl die katholische Kirche die künstliche Empfängnisverhütung ablehnt.
Außerdem habe der von der Pax-Bank gemeinsam mit dem kirchlichen Finanzinstitut Liga Bank aufgelegte Fonds 577 970 Euro in den Rüstungsriesen BAE Systems angelegt, der Atom-U-Boote und Kampfflugzeuge produziert. Zusätzlich habe die Bank Aktien der Tabakkonzerne British American Tobacco und Imperial Tobacco für 870 950 Euro gehalten.
Die Pax-Bank bestätigte diese Praxis am Wochenende und kündigte an, sich von den betroffenen Investments zu trennen. "Durch journalistische Recherchen ist aufgefallen, dass in unseren Liga-Pax-Fonds Investments enthalten sind, die nicht dem hohen ethischen Anspruch der Bank entsprechen", erklärte die Bank auf ihrer Internetseite. "Wir bedauern dies und werden den Fehler am Montag sofort korrigieren, ohne dass unseren Kunden ein Nachteil entsteht." Das operative Geschäft führe zwar die Fondsgesellschaft Union-Investment für die Pax-Bank aus, "leider sind bei den eigenen internen Kontrollen die besagten kritischen Investments übersehen worden".
Die Pax-Bank bezeichnet sich selbst als "eine Universalbank, deren Handeln nach innen und außen einem Ethik-Kodex unterliegt". Kerngeschäftsfelder sind ethische Geldanlagen und Vermögensverwaltung. Die Bank wurde 1917 in Köln gegründet und hat neben der Zentrale in Köln Filialen in Aachen, Berlin, Erfurt, Essen, Mainz, Trier, eine Geschäftsstelle in Eichsfeld und eine Repräsentanz in Rom. Insgesamt arbeiten 160 Menschen in der genossenschaftlich organisierten Bank.
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