Luftverkehr gefährdet: Pilot mit 1,7 Promille im Cockpit erwischt
zuletzt aktualisiert: 14.04.2006 - 16:11Frankfurt/Main (rpo). Anstatt seinen Rausch auszuschlafen hat ein Kleinflugzeug-Pilot am Donnerstag den Luftverkehr im Rhein-Main Gebiet akut gefährdet. Luftsicherung und Polizei mussten die Landung des 66-Jährigen auf dem Frankfurter Flughafen koordinieren, am Freitag wurde der Mann festgenommen. Auch sein 21 Jahre alter Flugschüler kam in Gewahrsam. Die Polizei stellte einen Alkoholwert von 1,7 Promille fest.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Piloten wegen Gefährdung des Luftverkehrs. Der Polizei zufolge war der Pilot mit seinem Fluggast gegen 19.50 Uhr vom Flugplatz Egelsbach südlich von Frankfurt in Richtung Hahn/Hunsrück gestartet. Kurz danach fiel der Flugsicherung bereits auf, dass er sich nicht an die angewiesenen Steuerkurse und Höhen hielt. "Er hat sich merkwürdig angehört und ist merkwürdig geflogen", sagte Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS).
Wegen schlechten Wetters kehrte der 66-Jährige um und wollte zurückfliegen, wie die Polizei weiter mitteilte. Auf dem Weg verlor er offenbar die Orientierung und wurde von Fluglotsen per Funk zum Frankfurter Flughafen geleitet. Auf dem letzten Stück wurde die Maschine von ein Polizeihubschrauber begleitet, dessen Besatzung schon nach dem Flugzeug gesucht hatte.
Nach der Landung stellte die Polizei stellte die Schlüssel für das Flugzeug sicher und beschlagnahmte den Pilotenschein des 66-Jährigen. Er wurde nach der Festnahme wieder freigelassen, weil er einen festen Wohnsitz hat. Polizeisprecher Karlheinz Wagner sagte, der Pilot müsse mit Regressforderungen von Fluggesellschaften rechnen. Zahlreiche Maschinen seien verspätet gewesen.
Laut DFS ist ein derartiger Vorfall äußerst selten in Deutschland. Im Januar 2003 hatte ein damals 31-jähriger Mann einen Motorsegler entführt und mit einem Irrflug über dem Frankfurter Bankenviertel Behörden und Bevölkerung stundenlang in Atem gehalten. Der geistig verwirrte Entführer wurde von Phantom-Kampfflugzeugen verfolgt. Er drohte damit, sich auf ein Hochhaus zu stürzen. Bei dem jetzigen Vorfall gab es laut Polizei von Anfang an keinen Terrorverdacht.
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