Streit um Gratis-Download von "Klick Mich": Piratin Schramm steht zu Internet-Buch
zuletzt aktualisiert: 19.09.2012 - 11:35Berlin (RPO). Die Piraten-Politikerin Julia Schramm ist von den negativen Reaktionen auf ihr neues Buch nicht überrascht. Sie hatte in ihrem Buch das Internet in den Mittelpunkt gestellt, sich dann aber gegen den Gratis-Download ausgesprochen.
Die negativen Reaktionen habe Julia Schramm erwartet, sagte sie der Zeitung "Die Welt". "Die Entstehung und die Vermarktung des Buches ist für viele problematisch", räumte Schramm ein.
Der Knaus Verlag, der Schramms Buch herausbringt, hatte eine kostenlos Kopie des Buches im Internet sperren lassen und wird auch weiterhin gegen illegale Kopien vorgehen, wie der Verleger der Nachrichtenagentur dapd bestätigte. Privatnutzer sollen zunächst auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden und erst bei wiederholten Verstößen Post vom Anwalt bekommen. Schramm, die im Vorstand der Piratenpartei sitzt, hält das für einen "konstruktiven Vorschlag, wie es in der festgefahrenen Urheberrechtsdebatte weitergehen kann", sagte sie der "Welt".
Illegale Kopien inzwischen gesperrt
Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Buchs der Piraten-Politikerin Julia Schramm sind mehrere illegale Kopien davon im Internet aufgetaucht. Am Dienstagabend war eine PDF-Version des Buchs "Klick mich. Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin" sogar auf einer Webseite der Piratenpartei Deutschland zu finden. Der Link dazu wurde im Kurzmitteilungsdienst Twitter verbreitet. Eine Stellungnahme der Partei war zunächst nicht zu erhalten.
Bereits zuvor hatten Unbekannte Kopien auf anderen Plattformen im Internet bereitgestellt. Diese wurden nach wenigen Stunden aber wieder gelöscht. Auf der entsprechenden Webseite des Online-Dienstes Dropbox war nur noch in englischer Sprache der Hinweis zu sehen: "Diese Datei ist nicht länger verfügbar aufgrund eines Löschgesuchs von Julia Schramm, Autorin der Verlagsgruppe Random House, gemaß des Digital-Millennium-Copyright-Gesetzes".
Wie viele Piraten tritt auch Julia Schramm gegen die Vorstellung vom "geistigen Eigentum" ein, das die Grundlage für das bisherige Urheberrecht bildet. Nach der Sperrung von Kopien wurde der Autorin in zahlreichen Äußerungen bei Twitter Unglaubwürdigkeit vorgeworfen.









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