Gericht schließt Beweisaufnahme ab: Plädoyers im Sauerland-Prozess beginnen
zuletzt aktualisiert: 02.02.2010 - 18:21Düsseldorf (RPO). Im Prozess gegen die terroristische "Sauerland-Gruppe" hat das Oberlandesgericht Düsseldorf am Dienstag nach 57 Verhandlungstagen die Beweisaufnahme abgeschlossen. Am Mittwoch (3. Februar, 9.15 Uhr) wird die Bundesanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen. Dafür sind eineinhalb Verhandlungstage angesetzt. Das geforderte Strafmaß wird voraussichtlich am Donnerstag (4. Februar) verkündet.
Der Mitangeklagte Daniel S., der sich in dem Verfahren auch wegen versuchten Mordes an einem Polizisten verantworten muss, räumte am letzten Tag der Beweisaufnahme den Tatvorwurf in einer selbst verlesenen Erklärung indirekt ein. Er hätte es aus heutiger Sicht damals billigend in Kauf genommen, wenn der Polizist getötet worden wäre. "Ich bin froh, dass es nicht soweit gekommen ist", fügte er hinzu. Bei seiner Festnahme hatte sich bei einem Gerangel mit dem Beamten ein Schuss aus dessen Waffe gelöst.
Die vier Angeklagten im Alter von 24 bis 31 Jahren haben in dem Verfahren gestanden, im Namen der usbekischen Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) im Jahr 2007 Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Zur Vorbereitung hatten drei der vier Männer in einem Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, Sprengstoff herzustellen. Vor gut zwei Jahren wurden sie dort von einem Einsatzkommando festgenommen, der vierte Angeklagte wurde später in der Türkei verhaftet. Seit April 2009 stehen die Männer vor Gericht.
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