Polizei findet dritte Babyleiche: Plauen steht unter Schock
zuletzt aktualisiert: 05.12.2007 - 17:16Plauen (RPO). Eine Stadt steht unter Schock: Drei tote Babys hat die Polizei in den vergangenen Tagen in Plauen gefunden, alle drei stammen von Susann F. Am Mittwoch fanden die Beamten den dritten toten Körper eines Neugeborenen: ein kleines Mädchen, geboren am 14. September 2005, in eine Plastiktüte verpackt und achtlos zwischen Katzenstreu und Blumenkübeln auf einem Balkon abgelegt.
Die Wohnung hatte Susann F. einmal bewohnt - so wie nacheinander acht weitere in den vergangenen Jahren auch. Den Fund weiterer Leichen könne man daher nicht ausschließen, sagte Plauens Kripo-Chef Gerth Riemer. Biologisch sei es möglich, dass die heute 28-jährige Frau weitere Kinder zur Welt gebracht habe, und man werde jetzt alle Wohnungen durchsuchen, die die Familie in den vergangenen Jahren bewohnt hatte.
Mitte vergangener Woche hatte der Fund des ersten toten Mädchens die Stadt erschüttert. In einem Koffer versteckt lag der weitgehend mumifizierte Körper des 2002 geborenen Kindes auf dem Dachboden der Großmutter. Durch einen Zufall war die Behörde dem Fall auf die Spur gekommen. Es war im Klinikum geboren worden und wurde deswegen beim Gesundheitsamt registriert. Als es zu einer Routine-Vorschuluntersuchung nicht erschien, alarmierte die Behörde die Polizei, die das tote Baby fand und die Mutter festnahm.
Am Dienstagvormittag dann wurde die Frau wieder auf freien Fuß gesetzt, weil keine Fluchtgefahr bestehe - wenige Stunden später aber nahm die Polizei die Mutter wieder fest: Ermittler hatten ein weiteres totes Kind gefunden, wieder ein Mädchen, geboren am 13. Januar 2004. Die Polizisten fanden es in der ehemaligen Wohnung der Familie, in einem Tiefkühlschrank in einer Kammer auf halber Treppe.
Die Kühlung lief noch, obwohl die Familie bereits seit Jahren nicht mehr dort wohnte. Am Mittwoch dann, eine halbe Treppe weiter oben, auf dem Balkon der Wohnung, fanden die Polizisten das dritte tote Kind. Die Familie hat noch zwei weitere Söhne, die in den Jahren 200 und 2006 zur Welt kamen. Sie sind zurzeit bei Verwandten untergebracht.
Die Frau gab laut Polizei an, zu den Todesursachen ihrer Kinder keine Angaben machen zu können. Sie habe sie ohne fremde Hilfe zur Welt gebracht - in der Klinik, im Bad, in der Wohnung - und dann seien sie irgendwann tot gewesen. Sie selber, so versicherte sie den Ermittlern, habe ihnen keine Gewalt angetan. Die Polizei indes glaubt den Aussagen der Frau nicht.
Die Hoffnungen der Ermittler richten sich nun auf die Forensiker. Die medizinischen Untersuchungen der Leichen liefen noch, da jedoch alle Körper stark verwest sind, räumt auch die Polizei bereits ein, dass es schwer sein werde, die jeweilige Todesursache festzustellen. Unglaubhaft sei auch, dass der Lebenspartner der Frau von den Schwangerschaften und dem anschließenden Verschwinden der Kinder nichts gemerkt habe, wie sie behauptet habe.
Über die Vaterschaft der Kinder gebe es keine gesicherten Erkenntnisse, sagte Polizeisprecher Jan Meinel. Es gebe Gerüchte, wonach eines der Kinder aus einem Seitensprung der Frau mit einem anderen Mann stammte, dies seien aber "keine gerichtsverwertbaren" Anhaltspunkte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







