Indonesien: "Playboy"-Chefredakteur muss nicht in Haft
zuletzt aktualisiert: 05.04.2007 - 07:28Jakarta (RPO). Freispruch im "Playboy"-Prozess in Indonesien: Der Chefredakteur des Männermagazin Erwin Arnada muss nicht ins Gefängnis. Das Gericht bewertete die Fotos der Zeitschrift als nicht pornografisch. Andernfalls hätten Arnada bis zu zweieinhalb Jahre Haft gedroht. Indonesien gilt als muslimisch geprägtes Land.
Bei der Eröffnung des Prozesses im Dezember vergangenen Jahres sagte Staatsanwalt Resni Muchtar, der Angeklagte habe Foto-Shootings beaufsichtigt und Bilder von Frauen in Unterwäsche oder mit teilweise entblößter Brust ausgesucht.
Arnada wandte ein, dass sein Magazin keine Darstellungen von nackten Frauen enthalte und sehr viel zurückhaltender sei als indonesische Ausgaben von anderen Zeitschriften aus dem Westen.
In Indonesien ist der Handel mit pornografischem Material streng verboten. Dennoch werden Pornofilme im ganzen Land mehr oder weniger frei verkauft. Der indonesische "Playboy" erscheint erst seit April 2006, begleitet von heftigen Protesten islamischer Organisationen.
Nachdem das Redaktionsbüro in der Hauptstadt Jakarta mit Steinen beworfen worden war, wurde es nach Bali verlegt, das eine mehrheitlich hinduistische Bevölkerung hat. Der indonesische "Playboy" kostet umgerechnet etwa 3,50 Euro - mehr als das Doppelte des Mindestlohns für einen Tag Arbeit.
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