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Pokerturnier Überfall Hyatt Berlin, Panorama, ddp 2010-0308
  Foto: ddp, ddp
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Offenbar Verwechslung: Poker-Raub: Verdächtiger wieder frei

zuletzt aktualisiert: 13.03.2010 - 16:52

Berlin (RPO). Knapp eine Woche nach dem spektakulären Überfall auf das Pokerturnier am Potsdamer Platz in Berlin hatte ein Mobiles Einsatzkommando der Polizei einen mutmaßlichen Verdächtigen festgenommen. Laut Medienbericht  wurde der Mann aber offenbar das Opfer einer Verwechslung und musste wieder freigelassen werden. Unterdessen wurde bekannt, dass das Pokerturnier in NRW aufgrund von Problemen mit dem Glücksspielvertrag abgelehnt worden ist.

Warum es zu der Freilassung kam, und ob der Mann weiter als verdächtig gilt, sagte der Sprecher nicht. Wie die "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, reichten die Beweise für die Aufrechterhaltung des zuvor ergangenen Haftbefehls nicht aus. Der Festgenommene habe in seinen stundenlangen Vernehmungen die Beteiligung am dem Überfall auf das Pokerturnier bestritten.

Der Mann war am Freitagabend um 21 Uhr in seiner Wohnung in Schöneberg von Beamten eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) festgenommen worden. Auf die Spur des Verdächtigen gelangte die Polizei laut "Morgenpost" durch Vergleiche von Fotos aus der Überwachungskamera des Grand Hyatt mit Bildern von einem Überfall auf das Kasino im Hotel Park Inn am Alexanderplatz im Februar 2004. An diesem ersten Überfall war der Festgenommene beteiligt gewesen. Er wurde zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

242.000 Euro Beute

Vier bewaffnete und maskierte Männer hatten am vergangenen Samstag Deutschlands größtes Pokerturnier überfallen und 242.000 Euro erbeutet. Dabei hatten sie unter den rund 400 anwesenden Teilnehmern eine Massenpanik ausgelöst, bei der mehrere Menschen leicht verletzt wurden.

Die Täter waren mit Schusswaffen und Macheten zur Registratur gestürmt, wo die Spieler ihr Startgeld entrichteten und Geld in Pokerchips umtauschten. Bei der Flucht war es einem Wachmann kurzzeitig gelungen, einen der Täter zu überwältigen, und ihm einen Großteil der Beute abzunehmen. Ein Komplize befreite den Mann aber. Die Räuber flohen über den Potsdamer Platz in Richtung der Arkaden.

Pokerturnier war in NRW unerwünscht

Unterdessen berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab, dass das Pokerturnier in anderen Bundesländern unerwünscht gewesen sei. So habe die nordrhein-westfälische Aufsichtsbehörde eine Wiederholung des 2009 in Dortmund ausgetragenen Wettbewerbs verhindert. Auch in Niedersachsen habe das Innenministerium ein solches Turnier abgelehnt, weil es nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar sei.

Hintergrund ist dem Magazin zufolge, dass die European Poker Tour vom Internetanbieter "Pokerstars" gesponsert worden sei, der in Deutschland illegale Glücksspiele betreiben soll. Ein Teil der Kandidaten habe sich für das Turnier über illegale Spiele im Netz qualifiziert.

In der Hauptstadt wurde das Event mit einem Kniff ermöglicht: Grundsätzlich sei Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen Spielbanken mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen erlaubt. Die Spielbank Berlin sei daher zum alleinigen Veranstalter und das Luxushotel Grand Hyatt zum "zeitweiligen Spielbankstandort" erklärt worden.

Quelle: DDP/felt

 
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