Demonstranten hatten Abrissbagger besetzt: Polizei beendet Protestaktion gegen "Stuttgart 21"
zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 - 12:18Stuttgart (RPO). Spezialkräfte der Polizei haben eine erneute Blockadeaktion gegen das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" beendet. Mit Hilfe von Hebebühnen holten die Polizisten am Montag drei Demonstranten von dem Großbagger, der den Nordflügel des alten Bahnhofs abreißen soll.
Wie ein Polizeisprecher sagte, leisteten die Demonstranten keinen Widerstand. Sie wurden in Gewahrsam genommen. Wegen des Protests ruhten die Abrissarbeiten am Montag zunächst. Wie der Polizeisprecher sagte, soll nun geprüft werden, ob der Bagger noch funktionstüchtig ist, danach sollten die Arbeiten wieder fortgesetzt werden.
Laut Polizeiangaben hatten am frühen Montagmorgen insgesamt zehn Aktivisten den Bauzaun vor dem Nordflügel des Hauptbahnhofs überwunden. Sieben von ihnen konnten kurz danach in Polizeigewahrsam genommen werden. Die drei übrigen enterten den Bagger und richteten sich dort mit Hängematten ein. Außerdem entfalteten sie ein etwa zwei mal vier Meter großes Transparent mit der Aufschrift "Hallo, geht's noch?". Bereits in der vergangenen Woche hatten Demonstranten den Abriss des Nordflügels vorübergehend zum Stillstand gebracht, sie waren auf das Dach des Bahnhofs geklettert.
"Stuttgart 21" gilt als aktuell größtes Infrastrukturprojekt in Europa. Der bisherige Stuttgarter Kopfbahnhof soll durch eine Verlegung in den Untergrund zu einer Durchgangsstation gemacht werden, außerdem soll in Richtung Ulm eine Schnellbahnverbindung entstehen. Die Gegner kritisieren die Kosten, ökologische Folgen und angebliche Sicherheitsgefahren durch das Bauprojekt. Am Montagabend sollte erneut eine Großdemonstration gegen "Stuttgart 21" stattfinden, zu der die Veranstalter etwa 10.000 Demonstranten erwarteten.
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