Schleswig-Holstein: Polizei beendet Skinhead-Konzert
zuletzt aktualisiert: 06.05.2007 - 13:18Hamburg (RPO). In der schleswig-holsteinischen Ortschaft Neufeld bei Brunsbüttel hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag ein Skinhead-Konzert abgebrochen. Rund 500 Beamte waren an dem Einsatz beteiligt und überrumpelten die etwa 150 Rechtsextremisten, die auch aus anderen Bundesländern angereist waren. Festnahmen gab es keine.
Der Einsatz wurde mit Gefahren für die öffentliche Sicherheit begründet. Bei dem Konzert wurden den Angaben zufolge unter anderem verbotene CDs verkauft. Zudem habe der Verdacht auf Verstöße gegen das Waffengesetz und die kommerzielle Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts bestanden. Zu konkreten Ermittlungsergebnissen wollte sich die Polizei zunächst aber noch nicht äußern.
Das Konzert hatte offenbar ursprünglich in Hannover stattfinden sollen, war dann aber von den Rechtsextremen kurzfristig in die kleine Ortschaft Neufeld verlegt worden. Dort hatte es in der Gaststätte "Zur Börse" laut Polizei bereits zuvor mindestens sechs ähnliche Veranstaltungen gegeben, von denen die Behörden teilweise aber erst im Nachhinein erfahren hatten.
An deren Organisation waren auch verbotene Gruppierungen der sogenannten "Blood-and-Honour-Szene" beteiligt. Aufgrund dieser Erfahrungen sah die Polizei auch im aktuellen Fall akuten Handlungsbedarf.
Nach einem Bericht des NDR ist Neufeld mittlerweile zu einem Anlaufpunkt für Neonazis aus ganz Norddeutschland geworden. Der Sender beruft sich auf Informationen des Verfassungsschutzes. In der Ortschaft seien auch wiederholt Waffen, waffenähnliche Gegenstände und Propagandamaterial entdeckt worden.
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