16-Jährige auf der Flucht: Polizei fahndet nach möglicher Brandstifterin
zuletzt aktualisiert: 11.05.2009 - 17:42St. Augustin (RPO). Tanja O. - das ist der Name der 16-Jährigen, die eine Mitschülerin im Albert-Einstein-Gymnasium in Sankt Augustin mit einer Messerattacke verletzt haben soll. Jetzt fahndet die Polizei mit einem Foto des Mädchens. Zur Tatzeit trug sie eine dunkle Jeans und ein dunkelbraunes T-Shirt. Die Ermittler schließen nicht aus, dass noch Blut an der Kleidung haftet.
Die Fahndung nach Tanja O. läuft auf Hochtouren. Nach Angaben eines Zeugen wird sie wie folgt beschrieben: Scheinbares Alter 14 bis 15 Jahre, etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß, dunkle, nackenlange glatte Haare, blaue Augen.
Die Schülerin hatte laut der Nachrichtenagentur AP geplant, ihre Schule mit Brandbeschleunigern anzünden, wurde aber von einer Mitschülerin gestoppt. Die Ermittler bestätigten diese Version nicht. Das 17-jährige Opfer, das sich in der Schultoilette in den Weg stellte, wurde laut Polizei von der Täterin mit einem langen Messer an der Hand verletzt.
Nach der Messerattacke hatte die Schule einen Amokalarm ausgelöst, Spezialeinsatzkräfte brachten die rund 800 Schüler in einer Turnhalle in Sicherheit. Im zweiten Stock des Albert-Einstein-Gymnasiums entdeckte die Polizei einen Rucksack mit mehreren Flaschen mit benzinhaltiger Flüssigkeit. Auch eine Gaspistole, eine Maske sowie ein Brief seien in dem Rücksack gewesen. Berichte, wonach es sich dabei um die Ankündigung eines Amoklaufs handeln sollte, wollte ein Polizeisprecher nicht kommentieren.
Ein Sondereinsatzkommando hatte den Schulkomplex bei Bonn, zu dem auch eine Haupt- und Realschule gehören, am Vormittag mehrere Stunden lang ohne Erfolg durchsucht. In der Wohnung der flüchtigen Schülerin sei ein Feuerwehrlöscher sichergestellt worden, der mit einer noch unbekannten Substanz gefüllt gewesen sei.
Die Staatsanwaltschaft Bonn und die Polizei Köln fragen: Wer kann Angaben zum Aufenthaltsort und zu Kontaktpersonen von Tanja O. machen? Wer die Tatverdächtige trifft oder sieht, soll sich unter der Notrufnummer 110 melden. Hinweise nimmt auch das Kriminalkommissariat 13 in Köln unter 0221-229-0 entgegen.
16-Jährige war maskiert und mit Rucksack bepackt
Die 17-jährige Schülerin hatte das maskierte Mädchen laut Polizei mit einem Rucksack bepackt um kurz nach 9 Uhr in der Schultoilette angetroffen. Lehrer hörten die Schreie des Mädchens, als die Tatverdächtige auf sie losging, und brachten die Verletzte daraufhin ins Schulsekretariat. Weitere Schüler wurden nicht verletzt.
Verstörte Schüler konnten das Geschehen auch Stunden später noch nicht fassen: Der 14-jährige Stanislaw, der die gegenüber dem Gymnasium liegende Realschule besucht, glaubte zunächst an eine Notfallübung, als den Kindern verboten wurde, in der Pause auf den Schulhof zu gehen. "Als ich dann aber die Polizisten mit den Waffen gesehen habe, dachte ich sofort an einen Amoklauf. Da hatte ich schon Angst", sagte er.
Viele besorgte Eltern hatten während des Einsatzes bei strömendem Regen vor dem Schulgebäude des Albert-Einstein-Gymnasiums ausgeharrt. Erst am Mittag konnten sie ihre Kinder wieder in die Arme schließen. Auch eine seelsorgerische Betreuung sei eingerichtet worden, erklärte die Polizei.
Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Frithjof Kuhn, kündigte für den Abend eine Elternversammlung an, bei der die Ereignisse vom Montag aufgearbeitet werden sollten. Er zeigte sich über den glimpflichen Ausgang erleichtert: Schule und Einsatzkräfte hätten sehr besonnen reagiert. Es habe keine Risiken gegeben, betonte Kuhn
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