Heilbronner Polizistenmord: Polizei geht von zwei Tätern aus
zuletzt aktualisiert: 26.04.2007 - 14:19Heilbronn (RPO). Nach der Ermordung der 22 Jahre alten Polizeibeamtin in Heilbronn sind die Hintergründe der Tat weiter unklar. Der Zustand des angeschossenen Polizisten sei kritisch, inzwischen aber stabil. Die Polizei geht inzwischen von mindestens zwei Tätern aus.
Am Mittwochnachmittag wurde auf der Heilbronner Theresienwiese die junge Polizistin von einem bisher unbekannten Täter/n mit Kopfschüssen erschossen und ihr 24-jähriger Kollege schwer verletzt. Beide waren im Rahmen des Einsatzes "Sichere City" unterwegs und waren bei ihrem Einsatz mit schusssicheren Westen gesichert.
Die Fahnder der Polizei-Sonderkomission "Parkplatz" gehen inzwischen von einem Überraschungsangriff von mindestens zwei Tätern aus, da die beiden Beamten keinen Alarm oder Notruf gesendet hatten und die Schüsse aus zwei Pistolen abgegeben wurden. Am Tatort fehlten die Dienstwaffen, Pistolen vom Typ Heckler und Koch P 2000, und die Handschellen der beiden Polizisten, so der Leiter der Bereitschaftspolizei Thomas Mürder. Beide Beamten stammten aus der Bereitschaftspolizei Böblingen.
Ein erste Hinweis aus der Bevölkerung kam von einem Zeugen, der von einem blutverschmierten Mann berichtete, der einen Fahrradfahrer fast umgerannt habe und in einen PKW eingestiegen sei, der sich anschließend mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Klingenberg entfernt habe. Außerdem sucht die Sonderkommission zwei Radfahrer, die sich zwischen 13 und 14 Uhr in der Nähe des Tatorts befanden.
Die getötete Polizistin sei seit eineinhalb Jahren immer wieder bei der Bereitschaftspolizei eingesetzt worden, sagte Mürder. Sie stamme aus einem anderen Bundesland und sei für die Einsätze in Baden-Württemberg abgestellt worden. Der verletzte Beamte stamme aus Sindelfingen bei Stuttgart. Er habe im März seine Ausbildung abgeschlossen und sei erst seit wenigen Tagen in der Abteilung eingesetzt worden.
Am Mittwochabend wurden auch die Druckerei und das verlagseigene Postverteilzentrum der "Heilbronner Stimme" durchsucht. Angeblich sollte sich ein Verdächtiger mit einem Taxi hierhin begeben haben. Das SEK der Polizei wurde dort aber ebenso wenig fündig wie in der Nähe des Heilbronner Gefängnisses, wo Wohnungen in einem ganzen Straßenzug durchsucht wurden, wie die Zeitung berichtet.
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