Atommüll-Transport rollt wieder: Polizei nimmt Castor-Gegner in Gewahrsam
zuletzt aktualisiert: 16.02.2011 - 09:53Karlsruhe (RPO). Bis sich der Castor-Transport von Karlsruhe auf den Weg ins Zwischenlager Nord in Mecklenburg-Vorpommern machen konnte, galt es, Gleisblockaden zu räumen. Dabei nahm die Polizei etwa 300 Menschen vorläufig in Gewahrsam.
Der Transport mit hochradioaktivem Atommüll verließ am frühen Mittwochmorgen gegen 3.40 Uhr das Gelände der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe. Er wird für Donnerstag im Zwischenlager nahe Lubmin erwartet.
Die Polizei hatte kurz vor der Abfahrt der Castoren eine Gleisblockade auf der Transportstrecke im Karlsruher Stadtteil Neureut geräumt. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden etwa 300 Menschen vorläufig in Gewahrsam genommen. Die Atomkraftgegner warfen der Polizei vor, während der Räumung Pfefferspray eingesetzt zu haben, und sprachen von mehreren Verletzten.
Von Demonstrationen begleitet
Mehrere hundert Demonstranten hatten die Transportstrecke am späten Dienstagabend im Rahmen einer sogenannten Nachttanzblockade besetzt, an der nach Polizeiangaben etwa 400 Menschen teilgenommen hatten. Die Veranstalter sprachen von rund 700 Menschen auf den Schienen. Die Blockade sei ein Erfolg gewesen, die Abfahrt des Castor-Transport habe sich um mehrere Stunden verzögert, erklärten sie.
Bereits am frühen Dienstagmorgen waren rund 30 Greenpeace-Aktivisten zu den Ausfahrtstoren der ehemaligen WAK Karlsruhe vorgedrungen und hatten sich an Tore und Gleise gekettet. Die Blockade konnte ebenfalls erst nach Stunden aufgelöst werden. Atomkraftgegner haben entlang der Transportstrecke zu weiteren Protestaktionen aufgerufen.
Der Zug transportiert fünf Castor-Behälter ins Zwischenlager Nord. Die verglasten Flüssigabfälle stammen aus der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, die Anfang der 1990er Jahre stillgelegt wurde.
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