Mordfall Michelle: Polizei plant mit Massen-Gentest
zuletzt aktualisiert: 03.09.2008 - 10:43Leipzig (RPO). Wenn die etwa 1000 Hinweise im Mordfall der achtjährigen Michelle nicht schnell zu einem Ergebnis führen, rechnet die Polizei offenbar damit, einen Massen-Gentest durchzuführen.
Dies sei die Ultima Ratio, wenn die Ermittlungen ins Leere liefen, sagte Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwochausgabe). Auch eine personelle Aufstockung der Soko Michelle sei möglich.
Nach der Veröffentlichung von Details aus dem Obduktionsbericht leitete die Staatsanwaltschaft am Dienstag der Zeitung zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen Geheimnisverrats ein. Wawrzynski sagte dem Blatt, dass die Veröffentlichung interner Einzelheiten der Ermittlungen nicht nur die Arbeit der Soko behindere, sondern auch für ein späteres Gerichtsverfahren von Nachteil sein könnte.
Zeugenaussagen wären damit völlig unbrauchbar. Noch habe die Polizei kein konkretes Bild vom möglichen Täter. Bisher seien so viele Spuren wie möglich gesichert worden.
Michelle war am 18. August nicht von den Ferienspielen im Hort nach Hause gekommen. Drei Tage später fand ein Spaziergänger die Leiche des Mädchens im Teich eines Leipziger Parks.
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