Getötete Bankers-Frau Maria Bögerl: Polizei sucht fieberhaft nach Anhalter
zuletzt aktualisiert: 05.06.2010 - 10:36Heidenheim (RPO). Im Fall der entführten und getöteten Bankiersfrau Maria Bögerl aus Heidenheim konzentriert sich die Fahndung auf den mit einem Phantombild gesuchten Anhalter. Seit der Veröffentlichung des Bildes am Dienstag habe es mehr als 450 Hinweise gegeben, sagte Polizeisprecher Horst Baur. Die Identität des Mannes sei aber weiter nicht geklärt.
Zur Tatzeit - am Vormittag des 12. Mai - waren zwei unbekannte Männer in der Nähe des Wohnhauses der Familie Bögerl in Heidenheim-Schnaitheim gesehen worden. Nach einem von ihnen, angeblich ein 30 bis 40 Jahre alter und 1,80 bis 1,85 Meter großer Anhalter sucht die Polizei mit dem Phantombild. Die Ermittler erhoffen sich von ihm als Zeugen wichtige Hinweise zur Aufklärung der Tat.
Die 54-jährige Maria Bögerl war vor rund drei Wochen in ihrem eigenen Wagen entführt worden. Kurz nach ihrem Verschwinden forderte ihr Entführer eine Lösegeldsumme von 300.000 Euro.
Am Donnerstagabend entdeckte ein Spaziergänger mit einem Hund in einem Wald zwischen Nietheim und Niesitz die Leiche der Frau. Sie war lediglich mit Ästen bedeckt. Eine Obduktion ergab, dass die 54-Jährige erstochen wurde. Der Todeszeitpunkt ist noch unklar.
Pannen bei der Polizei
Indes werden Vorwürfe gegen die Polizei laut. Unter anderem sorgt die gescheiterte Geldübergabe am 12. Mai für Diskussionen: Laut dem Leiter der Polizeidirektion, Volker Lück, konnte die geforderte Lösegeldsumme von 300.000 Euro nicht in der vom Entführer geforderten Zeit beschafft werden. Erst um 15.27 Uhr, rund eine halbe Stunde später als verlangt, habe Ehemann Thomas Bögerl das Geld an der vom Täter mit einer Deutschlandflagge markierten Stelle auf einem Parkplatz an der Autobahn 7 ablegen können.
Dort wurde es dann bis zum frühen Morgen des 13. Mai nicht abgeholt. Die Leiche der Entführten wurde laut Polizei nun etwa 1000 Meter von der Ablagestelle entfernt entdeckt.
Der Polizeidirektor räumte erstmals ein, dass Bögerl sofort nach Erhalt des Entführeranrufs in seinem Büro die Polizei informierte. Die Polizei gehe "von einem Täter aus der näheren Umgegend" aus.
Hat die Polizei den Täter verschreckt?
Auch die Vorgehensweise am Einsatzort wurde kritisiert. Hierzu sagte Lück am 28. Mai: "Natürlich sind am Tag der Entführung auch Unterstützungskräfte der Polizei in der gebotenen Eile mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Heidenheim gefahren." Diese hätten ihr Signal aber rechtzeitig vor dem Einsatzort abgeschaltet beziehungsweise demontiert. In Berichten war spekuliert worden, dass das Polizeiaufgebot den Täter verschreckt haben könnte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







