Suche nach Bankers-Gattin weiterhin erfolglos: Polizei weist Kritik zurück
zuletzt aktualisiert: 28.05.2010 - 16:52Heidenheim (RPO). Im Fall der entführten Bankers-Gattin aus Heidenheim weist die Polizei Kritik zurück, wonach sie die Täter durch ein auffälliges Vorgehen möglicherweise "verscheucht" haben könnte. "Natürlich sind am Tag der Entführung auch Unterstützungskräfte der Polizei in der gebotenen Eile mit Blaulicht und Martinshorn in Richtung Heidenheim gefahren", sagte der für den Einsatz verantwortliche Polizeidirektor Volker Lück am Freitag.
Diese hätten ihre Sondersignale aber "rechtzeitig vor dem Einsatzort" abgeschaltet und abmontiert. Damit bestätigten die Ermittler zugleich, dass sie noch am Tag der Tat alarmiert worden waren. Die "Bild"-Zeitung hatte vor wenigen Tagen unter Berufung auf Anwohner berichtet, das kurz nach der Entführung am 12. Mai ein Konvoi von Zivilfahrzeugen der Polizei mit Blaulicht und eingeschalteten Martinshörnern durch den Nachbarort von Heidenheim gerast sei.
Der Freiburger Kriminalpsychologe Helmut Kury nannte dies "einen taktischen Fehler". Die Kidnapper seien so möglicherweise vor der Geldübergabe gewarnt worden. Laut Polizei sind zu dem Entführungsfall bislang knapp 1800 Hinweise eingegangen, von denen etwa 1000 als mögliche Spuren eingestuft wurden. Ein Drittel davon wurde bereits abgearbeitet.
Die Arbeit der Kriminaltechniker, die zahlreiche Spuren in der Wohnung der Bankers-Gattin, an ihrem Auto und Mobiltelefon auswerten, gestalte sich "schwierig und aufwendig", teilte die Polizei mit. Die Ermittler zeigten sich aber "zuversichtlich", dass es gelingen werde, "das entscheidende Mosaiksteinchen zu finden", das zu den oder dem Täter führen werde.
Die 54-jährige Frau war am 12. Mai aus ihrer Wohnung entführt worden. Kurz darauf erhielt ihr Mann, der Vorstandsvorsitzender einer örtlichen Bank ist, per Telefon eine hohe Lösegeldforderung. Bei dem Anruf konnte der Ehemann kurz mit seiner entführten Frau sprechen. Sie sagte ihm, dass sie sich in Lebensgefahr befinde. Die Entführer holten das Lösegeld nicht ab. Seitdem gab es weder Kontakt mit ihnen noch mit der entführten Frau.
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