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Skelettteile gefunden
Polizei weitet im Fall Peggy Suchmaßnahmen aus

Polizei weitet im Fall Peggy Suchmaßnahmen aus
Die Polizei sucht nun auch in Straßengräben, auf Seitenstreifen und in anderen relevanten Bereichen. FOTO: dpa, sja kde
Bayreuth . Im Fall Peggy K. hat die Polizei die Suchmaßnahmen nach Beweismitteln ausgeweitet. Neben dem Fundort der Skelettteile in einem Waldgebiet sei am Mittwoch auch auf den möglichen Zufahrtstraßen zu dem Wald gesucht worden.

Das teilte das Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth mit. Insbesondere in Straßengräben, auf Seitenstreifen und in anderen relevanten Bereichen hätten die Ermittler nach Spuren und Gegenständen gesucht. Beteiligt gewesen seien zahlreiche Polizisten.

Die Polizei hat den Fundort von Peggys Knochen in einem Wald in Thüringen freigegeben. Die Stelle im Saale-Orla-Kreis werde seit Mittwochnachmittag nicht länger von der Polizei bewacht, sagten Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Bayreuth. Bis dahin war das Gelände nach Abschluss der Suchmaßnahmen und Grabungen noch abgesperrt gewesen, Beamte hatten es bewacht. "Jetzt ist es kriminaltechnisch abgearbeitet", sagte der Polizeisprecher. Selbst Schaulustige könnten dort nichts mehr finden. 

Ein Pilzsammler hatte am Samstag zufällig das inzwischen in der Rechtsmedizin eindeutig identifizierte Skelett von Peggy entdeckt. Die damals Neunjährige aus dem fränkischen Lichtenberg war im Mai 2001 spurlos verschwunden. Wiederholte Suchmaßnahmen waren erfolglos geblieben.

Die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus. In einem ersten Prozess war ein geistig behinderter Mann 2004 als Sexualmörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, nach anhaltenden erheblichen Zweifeln an der Täterschaft wurde der Prozess aber 2014 neu aufgerollt. Im Wiederaufnahmeverfahren wurde der Mann freigesprochen.

Die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag kündigte an, den Fall in das Parlament zu bringen. In einem Dringlichkeitsantrag verlangen die Sozialdemokraten Auskunft darüber, ob Personalwechsel in den Sonderkommissionen der Kriminalpolizei dazu führten, dass Ermittlungsansätze nicht weiter verfolgt worden seien. Auch über Konsequenzen aus dem Fall für künftige Ermittlungsverfahren solle die CSU-Landesregierung berichten.

(jeku/afp)
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