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Fall Mannichl: Polizei zieht Phantombilder zurück

zuletzt aktualisiert: 22.01.2009 - 16:57

München/Passau (RPO). Die Polizei steckt bei den Ermittlungen im Fall Mannichl offenbar in der Sackgasse. Das Bayerische Landeskriminalamt zog nun die jüngst veröffentlichten Fahndungsbilder zurück. Die Belohnung für die Ergreifung des Täters wurde auf 20.000 Euro erhöht.

Die Sonderkommission suche sechs Wochen nach der Tat weiterhin einen etwa 1,90 Meter großen Mann mit kräftiger Statur, runder Gesichtsform, Glatze oder sehr kurz geschnittenen Haaren. Er habe einen Leberfleck oder Tätowierung am Hals, trage keinen Bart, und spreche mit bayerischem Dialekt, möglicherweise mit österreichischer Einfärbung.

Die Fahndung nach auf Phantombildern abgebildeten Personen mit auffälligen Tätowierungen (Kreuz und Schlange) wird dagegen zurückgenommen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen bestünden keine hinreichenden Anhaltspunkte mehr, dass diese Gruppe im Zusammenhang mit dem versuchten Tötungsdelikt stehe, erläuterte das LKA.

Die Ermittlungen laufen den Angaben zufolge "weiter auf Hochtouren". Bislang gingen mehr als 470 Hinweise ein, eine heiße Spur ergab sich daraus nicht. Ein vertrauliche Behandlung von Hinweisen sei möglich, hieß es.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) forderte unterdessen, die Polizei müsse in alle Richtungen ermitteln, "mit den Möglichkeiten, die sie haben und den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen".

An seinem Vorstoß für einen verstärkten Kampf gegen Rechts hält der CSU-Chef trotz der vielen offenen Fragen im Fall Mannichl fest: "Konsequent gegen politischen Extremismus vorzugehen, hat nichts mit dem Fall Mannichl zu tun." Die Messerattacke sei nicht Ursache, sondern Anlass der Debatte.

Der Passauer Polizeichef war am 13. Dezember an der Tür seines Wohnhauses in Fürstenzell mit den Worten "Viele Grüße vom nationalen Widerstand" niedergestochen und schwer verletzt worden.

Unter Mannichls Leitung war die Polizei im Landkreis Passau in der Vergangenheit immer wieder gegen Neonazis vorgegangen. Die Ermittler vermuten deshalb einen Racheakt von Rechtsextremisten. Vom Täter fehlt jede Spur.

Quelle: DDP

 
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