Kinderschänder-Prozess: Polizeikommissar wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt
zuletzt aktualisiert: 16.08.2008 - 12:54Berlin (RPO). In einem Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs zweier Mädchen muss sich ab Dienstag ein Berliner Polizeikommissar gemeinsam mit den Eltern eines Opfers vor dem Landgericht verantworten. Der 52-jährige vom Dienst suspendierte Beamte ist angeklagt, die anfangs achtjährige Tochter der Eheleute sexuell missbraucht und pornografische Fotos von ihr gemacht zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft hatten die Eltern ihre Tochter dem befreundeten Polizisten für derartige Fotos zur Verfügung gestellt. Die Mutter soll das Geschehen über Jahre geduldet haben. Dem 53-jährigen Mann und seiner 49-jährigen Frau wirft die Anklage Beihilfe zum sexuellen Missbrauch durch Unterlassen vor. Daneben wird dem Vater zur Last gelegt, sich an der eigenen Tochter vor den Augen des Kommissars vergangen zu haben. In diesem Fall soll der Polizist fotografiert haben.
Im Prozess geht es um rund 80 Missbrauchstaten, die sich in den Jahren 2004 bis 2007 in der Marzahner Wohnung der Eheleute ereignet haben sollen. Nicht nur die Tochter, sondern auch eine Freundin des Mädchens sei in mehreren Fällen ebenfalls Opfer von sexuellen Übergriffen durch den Beamten geworden, heißt es in der Anklage. Auf die Spur des Verbrechens kam die Polizei im Oktober 2007. Die beiden Männer sitzen seither in Untersuchungshaft.
Nach Angaben einer Justizsprecherin bestritten der Polizist und der Vater den sexuellen Missbrauch der Kinder. Die Mutter habe sich nicht geäußert, hieß es weiter. Fotos mit eindeutigen Aufnahmen sollen als Beweis dem Gericht vorliegen. Die Mädchen sind als Zeugen zum Prozess geladen. Für das Verfahren hat die Kammer zunächst drei Verhandlungstage bis Anfang September eingeplant.
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