Motive von Hitler-Stellvertreter Heß: Post druckt Nazi-Briefmarken
zuletzt aktualisiert: 21.05.2008 - 17:39Bonn (RPO). Briefmarken mit dem Bild des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß hat die Deutsche Post in Umlauf gebracht. Rechtsextreme hätten die Briefmarken über einen Internetdienst der Post mit dem Motiv versehen und die Briefmarken anschließend bestellt.
Wie Post-Sprecher Dirk Klasen am Mittwoch auf ddp-Anfrage mitteilte, sind 20 Heß-Marken über den persönlichen Internet-Service "Plusbrief individuell" versandt worden. Rechtsextreme hätten die Briefmarken online mit dem Konterfei von Heß versehen. Bei der Kontrolle sei das Nazimotiv übersehen worden. Seit Februar bietet die Post ihren Kunden im Internet die Möglichkeit an, einen Brief mit einem individuellen Markenmotiv zu gestalten.
Extremistische, pornografische oder gewaltverherrlichende Motive würden bei dem Online-Angebot für Geburtstags- oder Geschenkmarken normalerweise aussortiert, sagte Post-Sprecher Klasen. "Bei 70 Millionen Briefen täglich lassen sich solche Fälle aber nie ausschließen." Gleichwohl bedaure man, dass dies "leider passiert" sei. Rund ein Dutzend Mitarbeiter seien allein mit der Kontrolle des Online-Services befasst. Es sei derzeit nicht geplant, Strafanzeige gegen die verantwortlichen Kunden zu stellen.
Rudolf Heß war während der NS-Diktatur Stellvertreter Adolf Hitlers. Der Nationalsozialist war 1946 im Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Heß starb am 17. August 1987 im alliierten Kriegsverbrechergefängnis in Berlin-Spandau.
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