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Flughafen Düsseldorf
Proteste gegen erneute Roma-Abschiebung

Flughafen Düsseldorf: Proteste gegen erneute Roma-Abschiebung
Rund 100 Menschen haben am Flughafen Düsseldorf gegen Abschiebung von Roma-familien in den Kosovo demonstriert. FOTO: dapd, dapd
Düsseldorf (RPO). Rund 100 Menschen haben am Dienstag am Düsseldorfer Flughafen gegen eine erneute Sammelabschiebung von Roma demonstriert. Sie forderten einen sofortigen Stopp der Ausweisungen. Von dem Airport aus sollten am Dienstagmittag erneut rund 50 Roma aus ganz Deutschland in den Kosovo ausgeflogen werden, 27 davon aus NRW.

In der vergangenen Woche waren 36 Menschen, meist Roma, vom Düsseldorfer Flughafen aus nach Serbien abgeschoben worden.

In den Wintermonaten hatte es aus humanitären Gründen keine Sammelabschiebungen nach Serbien und in den Kosovo gegeben. Der dafür ausgesprochene Erlass galt jedoch nur bis zum 31. März.

Der migrationspolitische Sprecher der Linken im Düsseldorfer Landtag, Ali Atalan, forderte die rot-grüne Landesregierung auf, den befristeten Abschiebestopp zu verlängern. Die Grünen-Landesvorsitzende Monika Düker sagte, dies sei rechtlich nicht möglich.

"Betroffene erwarten katastrophale Lebensbedingungen"

Nach Angaben der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration (FFM) in Berlin erwarten die Roma in den Balkanländern katastrophale Lebensbedingungen. Viele von ihnen landeten auf Müllkippen, Kinder könnten nicht die Schule besuchen, weil sie diskriminiert und geschlagen würden. Arbeit gebe es für die meisten nicht.

Iris Biesewinkel, Sozialarbeiterin beim Verein Rom e.V., sprach von einer historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber den Roma, die in der NS-Zeit verfolgt worden waren. Allein schon deshalb dürften sie nun nicht abgeschoben werden. Zudem lebten viele von ihnen bereits zehn Jahre oder länger in Deutschland. Gerade Kinder, die hier geboren worden seien, könnten nicht einmal die Sprache der Länder, in die sie abgeschoben würden.

In NRW lebten nach Angaben des Innenministeriums Ende März rund 4300 ausreisepflichtige Minderheitsangehörige aus dem Kosovo, darunter 3500 Roma.

(DDP/felt)
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