Wirt hatte Verantwortung übernommen: Prozess um tödliches Wetttrinken vor dem Ende
zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 10:25Berlin (RPO). Gut zwei Jahre, nachdem ein 16-Jähriger bei einem Tequila-Wetttrinken in einer Berliner Kneipe starb, geht der Prozess gegen den angeklagten Wirt dem Ende entgegen. Am Mittwoch begann vor dem Landgericht der vermutlich letzte Verhandlungstag. Es wird mit den Plädoyers gerechnet. Der beschuldigte Aytac G. hatte zum Prozessauftakt Mitte Februar die Verantwortung für den Alkoholtod des 16-Jährigen übernommen.
Die tödliche Trinkwette hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte über Alkoholmissbrauch und ein Verbot der sogenannten Flatrate-Partys ausgelöst, bei denen für einen Festpreis unbegrenzt viel Alkohol getrunken werden kann.
Die Anklage legt dem Gastwirt unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge zur Last. Der Kneipenwirt hatte dem 16-jährigen Lukas W. nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Ende Februar 2007 mehr als 45 Gläser Tequila serviert, selbst aber überwiegend Wasser statt Schnaps getrunken. Der Gymnasiast war mit 4,4 Promille im Blut ins Koma gefallen und fünf Wochen später im Krankenhaus gestorben. Der Wirt soll zudem zwischen 2005 und 2007 in 173 Fällen gesetzeswidrig Alkohol an Kinder und Jugendliche verkauft haben.
Die an der Trinkwette beteiligten Jugendlichen waren im November mit einer vergleichsweise milden Strafe davongekommen. Eine Jugendkammer des Landgerichts verurteilte zwei der Angeklagten zur Ableistung eines sozialen Trainingskurses. Ein weiterer Jugendlicher wurde vom Vorwurf der Beihilfe zur Körperverletzung freigesprochen.
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