Berliner Amokläufer ging dort zur Schule: Prügelei an einer Berliner Hauptschule
zuletzt aktualisiert: 13.06.2006 - 13:00Berlin (rpo). An einer Berliner Hauptschule (Bezirk Zehlendorf) hat es am Morgen eine schwere Prügelei gegeben. Acht Schüler sollen auf einen Mitschüler losgegangen sein, Lehrer haben eingegriffen. Ein 16-Jähriger wurde verletzt.
Wie die Polizei mitteilte, waren insgesamt acht bis neun Schüler und der Vater eines Schülers an dem Streit beteiligt. Der verletzte 16-Jährige sei mit dem Notarztwagen abtransportiert worden, wurde aber nach kurzer ambulanter Behandlung im Krankenhaus wieder entlassen. Erste Aussagen, er sei mit einem Messer verletzt worden, stellten sich während der Vernehmungen als falsch heraus.
Polizeisprecher Benedikt Scherlebeck sagte, es habe sich um stumpfe Gewalteinwirkung gehandelt, möglicherweise um einen Faustschlag. Zurzeit werde geklärt, ob der 47-jährige Vater des Verletzten die Auseinandersetzung selbst verursacht habe. Beide seien Deutsche. Der Polizeisprecher sagte, es habe sich um einen Streit gehandelt, der auf Grund der Suspendierung eines anderen Schülers am Vortag entstanden sei.
Der 16-Jährige, der auch suspendiert werden sollte, aber am Montag ohnehin nicht in der Schule erschienen sei, sei mit seinem Vater am Morgen zur Schule gekommen, um den Streit zu klären. Dabei hätten sich die gewaltsamen Auseinandersetzungen entwickelt. Gegen Mittag hatte sich die Lage an der Schule wieder beruhigt, der Unterricht ging weiter.
Die Leistikow-Hauptschule war bereits mehrfach wegen gewaltbereiter Schüler in die Schlagzeilen geraten. Beispielsweise hatte der 16-jährige Amokläufer die Schule besucht, der bei der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs am 26. Mai über 30 Menschen verletzt hatte. Auch Keith M., der mutmaßliche Mörder des siebenjährigen Christian aus Zehlendorf, ging dort in den Unterricht.
Die Schule soll im Sommer 2007 wegen Schülermangels geschlossen werden.
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