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Sabotage am Airport Düsseldorf?: Putzfrauen haben kein Teppichmesser dabei

VON NELE HARBEKE - zuletzt aktualisiert: 18.06.2009 - 16:51

Düsseldorf (RPO). Am Dienstag wurde bekannt, dass es am 4. Juni auf dem Düsseldorfer Flughafen einen Sabotageakt an einem Airbus der Air France gegeben haben könnte. Wenn sich dieser Verdacht bestätigen sollte, wirft der Fall einige Fragen auf: Wie kann das sein, dass jemand einfach so ein Kabel durchschneidet? Wer darf überhaupt ein Flugzeug betreten?

Bei einem Sicherheitscheck am Flughafen in Chicago kam es zu einem peinlichen Missverständnis - statt "pump" verstand die Kontrolleurin "bomb".  Foto: ddp
Bei einem Sicherheitscheck am Flughafen in Chicago kam es zu einem peinlichen Missverständnis - statt "pump" verstand die Kontrolleurin "bomb". Foto: ddp

Am Düsseldorfer Flughafen wurden bei einem Airbus der Air France beschädigte Kabelstränge im Gepäckraum entdeckt, nachdem ein Bordcomputer Probleme mit einem Rauchmelder angezeigt hatte. Techniker der Air France kamen zu dem Ergebnis, dass die Kabel mit Vorsatz durchtrennt worden sind, vermutlich mit einem Teppichmesser. Nun ermittelt die französische Polizei.

Wenn sich dieser Verdacht bestätigen sollte, wirft der Fall einige Fragen auf: Wie kann das sein , dass jemand einfach so ein Kabel durchschneidet? Wer darf überhaupt ein Flugzeug betreten? Wer kontrolliert wen?

Okay von der Bezirksregierung wichtig

Bis man in ein Flugzeug steigen kann, ist es nicht nur für den Passagier ein langer Weg. Für das Bordpersonal ist der Fall noch komplizierter, erklärt Christian Witt, Pressesprecher des Flughafens Düsseldorf International unserer Redaktion.

"Wir unterscheiden am Flughafen zwischen der Land- und der Luftseite. Die Landseite sind die Außenanlagen und Terminals, da kann jeder hin. Die Luftseite ist der Sicherheitsbereich."

Wer eine Aufgabe in diesem Bereich habe – von den Reinigungskräften bis zu Piloten und Technikern – müsse vorher eine umfangreiche so genannte "Zuverlässigkeitsüberprüfung" über sich ergehen lassen. Diese verlaufe in mehreren Schritten, so Witt.

Auf einem Datenblatt werden persönliche Angaben erfasst, etwa die Wohnsitzanschriften der letzten zehn Jahre der Person. Die Daten werden weitergeleitet an die Bezirksregierung Düsseldorf. Diese übernimmt den eigentlichen Teil der Überprüfung in Zusammenarbeit mit anderen Behörden, schickt etwa Nachfragen an Bundes- und Landeskriminalämter etc.

Ein Ausweis für alles gilt nicht

"Irgendwann kommt dann das Okay von der Bezirksregierung, dass die betreffende Person einen Ausweis bekommen darf, um sich im Sicherheitsbereich bewegen zu können." Bevor dieser aber ausgestellt werde, gebe es noch weitere Hürden. Alle Mitarbeiter müssen eine mehrstündige gesetzlich vorgeschriebene Luftsicherheitsschulung mit Theorie- und Praxisteil absolvieren. Erst dann gibt es den Pass.

Alles mit einer Karte gilt aber nicht, denn der Ausweis gilt nur für den Flughafen Düsseldorf. Zumindest EU-weit müssen Flugzeug-Crews und Bodenpersonal ähnliche Überprüfungen über sich ergehen lassen. Die Flughafen-Pässe ähneln sich EU-weit zwar – wie etwa Studentenausweise. Sie sind aber nicht gleich.

Öffnet der richtige Ausweis denn alle Türen am Flughafen Düsseldorf? "Nicht jeder Mitarbeiter darf sich überall bewegen", erklärt Pressesprecher Witt, "ein Busfahrer hat nicht automatisch Zugang zum Frachtzentrum des Airports oder zu den Maschinen. Und die Verkäuferin im Duty-Free-Shop darf natürlich nicht aufs Rollfeld."

Personal wird sorgfältig durchleuchtet

Ob jemand einen bestimmten Bereich betreten darf, werde in eigenen Sicherheitsschleusen kontrolliert, so Witt. Außerdem werde strengstens darauf geschaut, was jemand mit sich trage. Handwerker dürften natürlich Werkzeug mitbringen, müssten aber unter Umständen nachweisen, wozu sie es benötigen. Und die Putzkraft dürfe kein Teppichmesser mit ins Flugzeug nehmen.

Falls sich der Verdacht der Sabotage mit einem Teppichmesser also tatsächlich bewahrheitet. Wurde dann etwa bei den Kontrollen geschlampt? Hier widerspricht Witt. Die Kontrollen seien seit dem 11. September 2001 deutlich verschärft worden und der Versuch, das größtmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Dass es Wege gibt, die Kontrollen zu unterlaufen, gibt er zu.

Von absoluter Sicherheit möchte er nicht sprechen – angesichts Tausender Menschen, die täglich am Flughafen daran arbeiten, Hunderte Flugzeuge heile in die Luft und wieder auf die Erde zu bringen.


 
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